Zimmer 202 – Peter Bichsel in Paris

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Er ist wie eine hintersinnige, kluge Verkörperung des Schweizertums, der einzige populäre Schweizer Intellektuelle: Peter Bichsel. Aber kennen wir ihn auch wirklich, unsern modernen Volksschriftsteller? Der Dokumentarfilm «Zimmer 202 – Peter Bichsel in Paris» von Eric Bergkraut (Regie) und Pio Corradi (Kamera) vermittelt auf wunderbare, kluge Art die nötigen Informationen zur Person und einiges mehr.

Der Filmemacher hat den Schriftsteller zu einer Reise nach Paris eingeladen, wo dieser selbst noch nie war und eigentlich auch nie hin wollte. Was er dann in Paris macht, ist sonderbar und genial zugleich. Er schaut sich Paris aus dem Fenster des Hotels Gare de l’Est an, flaniert etwas auf dem Vorplatz und um den Bahnhof herum und schaut am Fernseher die Tour de France. Nur einmal, gegen Schluss, fährt er in den Jardin du Luxembourg, zum Karussell, das Rainer Maria Rilke in seinem berühmten Gedicht beschrieben hat. Was Peter Bichsel bei diesem Paris-Aufenthalt jedoch schaut, hört, erlebt und sinniert, ist etwas vom Schönsten und Klugsten, was der Schweizer Dokumentarfilm bis heute geschaffen hat. Ein anderes Sehen, Hören, Wahr-Nehmen, Erleben und Verstehen, das weit über das Biografische hinaus weist.

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Die zwischen die Pariser-Szenen montierten Archiv- und Interview-Sequenzen erzählen aus seinem Leben und Wirken: seine offizielle Biografie, seine Zeit als Volksschullehrer, sein politisches Engagement als 68er, seine Leben als Ehemann und Junggeselle, den Bürger im Wirtshaus, beim Spazieren und an Schwingerfesten – mit vielen anregenden und sinnvollen Überlegungen. Grossartig gefilmt, geschnitten und vertont, in Bildern, die nicht bloss Abbilder, sondern Sinnbilder sind. Und mit dem Besuch des Karussells im Jardin de Luxembourg, der für ihn tief berührt, ein Erlebnis, das noch ein Nachsinnen bedarf.

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