Fantoche 2009: Erfolgreich in neue Ära gestartet
Am Sonntag, 13. September, ging die siebte Ausgabe von Fantoche, dem Internationalen Festival für Animationsfilm, zu Ende. Mehr als 31’000 Fans des Animationsfilms aus dem In- und Ausland haben das grösste Trickfilmfestival der Schweiz besucht, mehr denn je. Der Film «Lucia» aus Chile hat den 1. Preis im Internationalen Wettbewerb gewonnen. Der erstmals vergebene Schweizer Preis ging ex aequo an Rafael Sommerhalder für «Flowerpots» und Georges Schwizgebel für «Retouches».
223 Kurz- und Langfilme aus 45 Ländern wurden in fünf Badener Kinos während sechs Tagen gezeigt. Bereits die Morgenvorstellungen waren sehr gut ausgelastet, die Abendvorstellungen grösstenteils ausverkauft. Auch die Rahmenveranstaltungen erfreuten sich grosser Beliebtheit, das Festivalzentrum war von einem vornehmlich jungen und internationalen Publikum bestens frequentiert.
Bestätigung des Wechsels auf jährliche Frequenz
Bis zum nächsten Fantoche dauert es diesmal nur ein Jahr, da mit der siebten Ausgabe der Wechsel auf den Jahresrhythmus beschlossen worden ist. Es wird vom 8. – 13. September 2010 stattfinden. Die beeindruckenden Besucherzahlen bestätigen die Veranstalter in ihrem Entscheid. Dazu Duscha Kistler, künstlerische Direktorin des Festivals: «Sie belegen aber auch, dass sich der Animationsfilm grosser Beliebtheit erfreut und definitiv kein Hobby für Liebhaber mehr ist, sondern eine ernstzunehmende Kunstform.»
Dies zeigte auch die Breite des Programms: Nebst den vielen Filmen fanden dieses Jahr Podiumsgespräche, Ausstellungen, Making-of-Vorstellungen und vieles mehr statt, um dem Phänomen Animationsfilm jene Bühne zu bieten, die es verdient. Von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind wie immer die persönlichen Begegnungen zwischen Filmemacherinnen und Filmemachern während des Festivals.
Bester internationaler Film
Der internationale Wettbewerb wurde von den chilenischen Filmemachern Christobal Leon, Joaquin Cocina und Niles Atallah mit dem Beitrag «Lucia» gewonnen. Die Jury meinte dazu: «Wir verleihen diesem Film den ersten Preis, weil er uns zutiefst berührt hat. Dies ist die Grundlage guter Kommunikation. Wie wird sie erreicht? Durch die Beherrschung aller kreativen Elemente des Animationsfilms zusammen mit einem innovativen Ansatz im Bereich der Animationstechnik, wobei Pixilation (das Filmen von Figuren mit Einzelbildschaltung) mit Zeichnen kombiniert wird, einschliesslich eines einzigartigen cinematografischen Ansatzes.»
Bester Schweizer Film

Den Schweizer Preis teilen sich der Film «Flowerpots» von Rafael Sommerhalder und «Retouches» Georges Schwizgebel. Die Begründung der Jury: «Aufgrund der Qualität der Bewegungen, der Kreativität, kombiniert mit einer hochstehenden Nutzung der dramaturgischen und erzähltechnischen Möglichkeiten der Animationskunst, vergibt die Jury des Schweizer Wettbewerbs den Preis für den besten Film gleichzeitig an zwei Filme, die zwei Generationen des Schweizer Animationsschaffens repräsentieren.»
Der Trickfilm ist erwachsen geworden
Fantoche erbrachte erneut den Beweis, dass der Animationsfilm eine eigenständige Kunstgattung ist, die nach eigenen Gesetzmässigkeiten funktioniert und dennoch zu andern Künsten in enge Beziehungen treten kann. Animationsfilme sind fähig, alle Themen des menschlichen Lebens in unzähligen Formen darzustellen. Sie können unterhalten, berühren, belehren, aufrütteln, betroffen machen wie Spielfilme, wie jede andere Kunst. In einer Zeit, in welcher die ästhetischen Formen konvergieren, sich vermischen und überschneiden. In einer Zeit, in der aber auch die Probleme sich ebenfalls vermischen, gegenseitig beeinflussen, von einander abhängig sind. Dafür übernimmt dieses noch junge Festival für die Filmemacherinnen und Filmemachern, aber auch für die Öffentlichkeit und nicht zuletzt für die Medienpolitik die wichtige Aufgabe der Information und des Vernetzens und löst sie mit Bravour – mit dem Einsatz von Fantasie, Mut, Engagement und viel Herzblut.
Die Preise in der Übersicht
Internationaler Wettbewerb
Best Film: «Lucia» von Cristobal Leon, Joaquin Cociña, Niles Atallah
NAB-Publikumspreis: «Muto» von Blu
Special Mention: «Western Spaghetti von PES
Best Sound: «Drux Flux» von Theodore Ushev
Best Visual: «Madame Tutli-Putli» von Chris Lavis und Maciek Szczerbowski
Best Story: «Chainsaw» von Dennis Tupicoff
New Talent: «Noteboek» von Evelien Lohbeck
High Risk: «Ezurbeltzak, una fosa común» von Izibene Oñederra sowie «Please Say Something» von David OReilly
Schweizer Wettbewerb
Publikumspreis: «Signalis» von Adrian Flückiger
Gewinner: «Retouches» von Georges Schwizgebel und «Flowerpots» von Rafael Sommerhalder
Special Mention: «Flimmern» von Alex Schoop und «Amourette» von Maja Gehrig
Neue Filme für Kinder
Best Kids (Kinderjury der Zauberlaterne) und Kinderpublikumspreis: «The Incredible Story of My Great Grandmother Olive» von Alberto Rodriguez





