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  <item rdf:about="http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/100-filme-die-das-alter-deuten">
    <title>100 Filme, die das Alter deuten</title>
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<div class="field-items">
<div class="field-item odd">
<p>Die nachfolgende Zusammenstellung <a href="http://www.youtube.com/watch?v=K5f_AG-SR24">«100 Filme, die das Alter deuten»</a>
 enthält die wichtigsten Filme zum Thema Alter: für die persönliche 
Lektüre zur Thematik und als Anregung zum Sehen und Einsetzen von Filmen
 im Kino, am Fernsehen oder ab DVD.</p>
<p>Seit gut hundert Jahren gibt 
es das Kino. Filme bieten Abbilder der Welt, gleichzeitig Vorbilder für 
das Leben, im besten Fall Sinnbildern: Bilder, die das Leben deuten, ihm
 Sinn geben. Also auch Abbilder, Vorbilder, Sinnbilder des Alters und 
des Alterns.</p>
<p>100 Kinofilme zum Thema Alter aus der Zeit von 1924 
bis zum September 2010, die ich gesehen habe und die sich durch 
besondere Qualität auszeichnen, werden in diesem Dokument kurz 
vorgestellt und nach Aussagen über das Alter befragt. Antworten geben 
die Filme in Form von Geschichten und Dokumentationen, Bildern und 
Tönen, Emotionen und Reflexionen. Die Besprechungen laden ein, sich mit 
Hilfe der Filme Antworten zu suchen auf Fragen wie: Was heisst Altern? 
Wie kann, wie soll das Alter sein? Wie erlebe ich mein Alter? Was 
bedeutet das Alter in der Gesellschaft?</p>
<p>Die Zusammenstellung 
(Stand 8. September 2010) erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 
Die Auswahl ist persönlich, also subjektiv. Ergänzungen von Leserinnen 
und Lesern sind willkommen, können in einen Nachtrag aufgenommen werden.</p>
<p>Sucht jemand den Verleih eines Kinofilms oder die Verkaufsfirma einer DVD, sind bei folgenden Adressen Auskünfte erhältlich:</p>
<p>Kinofilme: <a href="http://www.procinema.ch/">www.procinema.ch</a>, <a href="http://www.cinematheque.ch/d/bibliotheques">www.cinematheque.ch/d/bibliotheques</a> oder <a href="../../../../">www.der-andere-film.ch</a></p>
<p>DVD: <a href="http://www.google.ch/">www.google.ch</a>, weitere Suchdienste oder <a title="www.pro-" href="http://www.pro-/">www.pro-</a> senectute.ch/fachwissen/bibliothek</p>
<p>Empfehlenswerte Filme des aktuellen Kinoangebots, die auch ältere Menschen interessieren dürften, werden auf der Website <a href="http://www.seniorweb.ch/">www.seniorweb.ch</a> vorgestellt. Zu weiteren interessanten Filmen gibt es Besprechungen unter <a href="../../../../">www.der-andere-film.ch</a> und auf weiteren Websites. Zusätzliche Auskünfte und Beratung sind erhältlich beim Autor dieses Beitrages: <a href="mailto:hanspeter@stalder.ch">hanspeter@stalder.ch</a>, <a href="http://www.hanspeter.stalder.ch/">www.hanspeter.stalder.ch</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«About Schmidt»</strong></p>
<p>Traurig
 vor sich hin starrend wartet Warren Schmidt (Jack Nicholson) am letzten
 Arbeitstag, bis der Zeiger der Bürouhr auf Fünf springt. Dann steht er 
auf und verlässt den Raum. Doch jetzt steht er vor dem Nichts. 
Lebensangst engt ihn ein, lässt ihn verstummen und macht ihn depressiv. 
Als auch noch seine Frau nach 42 Jahren Ehe stirbt, verliert er seinen 
letzten Halt. Erst nach geraumer Zeit des Trauerns entscheidet er sich 
für eine Tour mit seinem Wohnmobil nach Denver, wo er sich mit seiner 
Tochter, die gegen seinen Willen heiratet, versöhnen will. Ein Spielfilm
 von Alexander Payne zum Thema Pensionierung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Alt-Tage»</strong></p>
<p>Wie
 einen Fächer breitet die Filmemacherin Marlies Graf mit viel 
Sensibilität und Empathie Bilder des Alters vor uns aus: nicht einseitig
 negative oder einseitig positive, sondern differenzierte. Gleichzeitig 
werden als Begegnungen mit dem Alter, so der Untertitel, Leistungen der 
Altersarbeit dargestellt. Konkret aufgezeigt werden diese am Beispiel 
der Pro Senectute. Der 42-minütige Dokumentarfilm eignet sich zur 
allgemeinen Einführung ins Thema und zur Behandlung der umschriebenen 
Aspekte. Mehr als ein gewöhnlicher Auftragsfilm, eine Betrachtung über 
das Alter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Angst essen Seele auf»</strong></p>
<p>Ein
 schlichtes, packendes Melodrama von Rainer Werner Fassbinder über die 
Einsamkeit und die Liebe einer älteren deutschen Frau zu einem jüngeren 
dunkelhäutigen Marokkaner. Mit diesem einfachen Plot gelingt es dem 
Meisterregisseur mit feiner Sensibilität, gleichzeitig exakter Analyse 
und provozierenden Bildern, aufzuzeigen, wie Themen stets miteinander 
verwickelt sind, wie das Leben, auch jenes älterer Menschen, stets viele
 Dimensionen beinhaltet. Beispielsweise Sehnsucht nach Geborgenheit, 
Erfahrung der Einsamkeit oder Kampf gegen Tabus, was uns alle auch 
betrifft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«A Thousand Years Of Good Prayers»</strong></p>
<p>Der
 Witwer Shi aus China besucht seine Tochter Yilan in den USA, die in 
einer Beziehungskrise steckt, sich aber nicht «bemuttern» lassen will. 
Sie kommen sich erst näher, als er eine ältere Exil-Iranerin in einem 
Park trifft und sie sich verstehen. Jetzt kann er sich auch der Tochter 
gegenüber öffnen und zu seiner Lebenslüge stehen. Er stellt sich seiner 
Vergangenheit, und dies gibt ihm Hoffnung für die Zukunft. Jetzt beginnt
 er aus seinem Kern heraus neu zu leben: Ein subtiler Film des 
chinesischen Regisseurs Wayne Wang.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Auf dem Weg»</strong></p>
<p>Die
 Kurzspielfilme «René und Prisca», «Rent-a-Rentner», «Verdi in Stereo» 
und «Tango nuovo» decken die wesentlichen Aspekte ab, die mit der 
Pensionierung im Persönlichen und im Zwischenmenschen auftreten und 
manchmal Probleme schaffen. Martin Wirthensohn und Jacqueline Surchat 
haben die Themen «Neuorientierung in der Partnerschaft», 
«Lebensgestaltung und Arbeit», «Gesundheit und Offenheit für Neues» 
sowie «Alte und neue Beziehungen» in kurzen Geschichten aufbereitet. Vor
 allem geeignet für Gespräche in der Altersvorbereitung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Away From Her»</strong></p>
<p>Der
 kanadische Film von Sarah Polley erzählt die Geschichte des seit 50 
Jahren glücklich verheirateten alternden Ehepaares Grant und Fiona 
Andersson. Ihr Lebensabend wird radikal verändert, als Fiona an 
Alzheimer erkrankt. Klug und feinfühlig schildert der Film den Umzug in 
die Klinik und die Veränderungen in ihrer auch sonst schon bewegten 
Beziehung. Doch er handelt nicht bloss von dieser tragischen Krankheit, 
sondern weitet den Blick zu einem substanziellen Beitrag über das Thema 
Leben und Liebe im Alter: mit einem verheirateten alten und mit einem 
neuen Partner.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Bäckerei Zürrer»</strong></p>
<p>Kurt
 Früh ist mit diesem 1957 entstandenen Film, analog dem italienischen 
Neorealismus, das persönliche Porträt einer anderen, fremden Schweiz 
gelungen. Dieser spielt rund ums Zürcher Langstrassenquartier, wo fremde
 Kulturen aufeinanderprallten. So kann der alteingesessene Bäcker Zürrer
 (Emil Hegetschweiler) sich nicht damit abfinden, dass einer seiner 
Söhne eine Affäre mit der Tochter des italienischen Gemüsehändlers hat. 
Erst als sein Leben die schlimmstmögliche Wendung nimmt, kommt er zur 
Einsicht und bietet Hand zur Versöhnung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Besser sterben»</strong></p>
<p>Die
 Schweizer Dokumentaristin Marianne Pletscher zeigt mit ihrem 
Fernsehfilm über den Alltag in der geriatrischen Abteilung des 
Limmattalspitals bei Zürich auf, wie der Umgang mit dem Sterben auf eine
 gute Weise gelebt werden kann. Im Allgemeinen haben Menschen ja Angst, 
nicht in Würde sterben zu dürfen, ohne liebe Menschen, allein im Spital 
gelassen. Der Film bringt dazu vielfältige Gegenbilder, «was man alles 
darf, wenn man nichts mehr kann». So starben während der Dreharbeiten 
drei Menschen, und gleichwohl steht nicht der Tod, sondern das Leben im 
Zentrum des Filmes.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Bombón – el perro»</strong></p>
<p>Ein
 Mann kommt auf den Hund, möchte man sagen, gleichzeitig jedoch anfügen:
 und entdeckt dabei das Leben neu, findet zu sich und zu einem 
Auskommen. Wo die Erzählung des Argentiniers Carlos Sorín ansetzt, ist 
der Mann arbeitslos und versucht auf rührende Art, Messer mit selber 
geschnitztem Knauf an die Leute zu bringen. Uns als Betrachtende 
fasziniert und amüsiert das Gewöhnliche der Figur des alten Juan, dessen
 Leben voller Überraschungen ist, wenn man es nur versteht, sie 
wahrzunehmen und sich auch offen auf sie einzulassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Chanson d’amour»</strong></p>
<p>Gérard
 Depardieu erobert als Schnulzensänger in der französischen Provinz die 
Herzen, erst jenes einer jungen Schönen auf der Leinwand, dann nach und 
nach auch unsere. Die unterhaltsame Liebesgeschichte von Xavier Giannoli
 mit viel sentimentaler Musik und Nostalgie langweilt keine Sekunde. Wie
 der Sänger «Quand j'étais chanteur» und anderes aus den 70er-Jahren 
singt, berührt. Die Chansons sind wohl für viele, doch nicht alle, ein 
Relikt aus vergangenen Zeiten. Doch die Romanze des alternden Künstlers,
 der die Provinzbühnen abklappert bis nochmals Frühling wird, überzeugt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Charles mort ou vif»</strong></p>
<p>Aus
 dem Geist der 68er-Generation heraus beschreibt Alain Tanner in 
«Charles mort ou vif» seinen Direktor Dé als Mann, der ein Leben lang 
nur den Erfordernissen des Betriebes gefolgt ist und alles der Familie 
gewidmet hat, anlässlich seines fünfzigsten Geburtstages. Er bricht aus,
 verlässt die vorgegebenen Pfade, verweigert sich. Er sagt Nein für ein 
besseres Ja und beginnt ein neues Leben. Am Beispiel eines alten 
Menschen wird hier erlebbar, wie «positive Subversion», wie sie einst 
Hans A. Pestalozzi gefordert hat, aussehen könnte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Cinco días sin Nora»</strong></p>
<p>Nora
 und José waren einmal ein Paar. Nun sind sie ins Alter gekommen und 
seit zwanzig Jahren geschieden. Nora plant ihren Tod und will dabei 
ihren Ex-Mann noch einmal tüchtig auf Trab bringen. Ihr letzter Wille 
ist, dass er sich um ihr Begräbnis kümmere, das sich der jüdischen 
Beerdigungsbräuche wegen um fünf Tage verzögert und komplizierter als 
erwartet gestaltet. Zudem findet José ein kompromittierendes Foto, das 
ihn in Aufregung versetzt, bis er sich schliesslich mit der Welt und 
Nora versöhnt. Leichthändig erzählt die Mexikanerin Mariana Chenillo im 
Film von einem neuen Leben, das entstehen kann, nachdem ein anderes 
geendet hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Damen und Herren ab 65»</strong></p>
<p>Der
 Dokumentarfilm von Lilo Mangelsdorff über eine Choreografie von Pina 
Bausch (1940 bis 2009) mit Seniorinnen und Senioren öffnet uns die 
Augen, welche Möglichkeiten ältere Menschen haben, sich mit dem Medium 
Tanz zu entwickeln, zu entfalten, über sich hinauszuwachsen. Die 25 von 
150 ausgewählten Personen probten ein Jahr lang bis zur Premiere der 
Neufassung des klassischen Stückes «Kontakthof». Dabei lernten sie sich,
 ihren Körper, ihre Sinne und ihren Geist kennen, nehmen dies alles erst
 eigentlich in Besitz. Ein Film, der Mut macht und das Alter als Chance 
erleben lässt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Das gefrorene Herz»</strong></p>
<p>Ein
 Schirmflicker (Paul Bühlmann) und ein Korber (Sigfrit Steiner) begegnen
 sich in einer verschneiten Berglandschaft der Innerschweiz. Trotz 
Schneesturm will der Schirmflicker unbedingt weiter, was ihn teuer zu 
stehen kommt. Der Korber findet ihn tags darauf erfroren in der Nähe des
 Grenzsteins zwischen zwei Dörfern. Um dem Kollegen wenigstens ein 
anständiges Begräbnis zu verschaffen, meldet er den Todesfall beim 
Gemeindepräsidenten. Diesem passt das nicht und er schleppt den Toten in
 die Nachbargemeinde. Tragikomödie von Xavier Koller.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Das Wolkenschattenboot»</strong></p>
<p>1995
 drehte Friedrich Kappeler einen Dokumentarfilm über den Schweizer 
Schriftsteller Gerhard Meier: eine Einführung in das Werk des 1917 in 
Niederbipp geborenen Autors. Sein neuer Film, «Das Wolkenschattenboot», 
erweitert den ersten um Beiträge aus seinem letzten Werk «Ob die 
Granatbäume blühen» (2005) und Gesprächen mit und über Dorli, seine 
Frau. Nun haben wir einen umfassenden Film über Leben und Werk des 
Dichters, der 2008 in Langenthal verstorben ist, und gleichzeitig eine 
tief berührende Liebesgeschichte zweier alter Menschen, wie man sie sich
 schöner kaum vorstellen kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Departures»</strong></p>
<p>Nachdem
 der Pechvogel Daigo sich mit dem letzten Ersparten ein neues Cello 
gekauft hat, verliert er unvermittelt seine Stelle im Orchester. Mit 
seiner Frau kehrt er in ihre Heimat zurück. Und auf der Suche nach einem
 neuen Job stösst er auf die Anzeige eines auf «Abreisen» 
spezialisierten Unternehmens. Der Film des Japaners Yojiro Takita über 
die Begleitung Sterbender beim Hinübergleiten in den Tod macht aus einem
 Tabu ein Thema, zeigt das Sterben als Teil des Lebens und verwischt die
 Grenze zwischen Diesseits und Jenseits. Der preisgekrönte Film kann 
anfänglich vielleicht etwas verwirren, berührt jedoch immer mehr und hat
 auch Westlern sehr viel zu sagen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Der Bienenzüchter»</strong></p>
<p>Der
 alternde Lehrer und Freizeit-Imker Spyros hat nach seiner Scheidung und
 der Heirat seiner Tochter genug vom Leben, er verlässt sein Dorf und 
reist mit Bienenkörben nach Süden. Unterwegs nimmt er eine junge 
Anhalterin mit, zu der eine seltsame Beziehung entsteht, die ihn dennoch
 nicht von seiner Todessehnsucht abbringt. Grossartiges Altersporträt 
des Griechen Theo Angelopoulos aus dem Jahr 1986 mit Marcello 
Mastroianni über das Alter: mit dem schmerzlichen Verlust politischer 
Ideale, dem Pragmatismus der Jugend, der Sprachlosigkeit in der Ehe</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Der blaue Engel»</strong></p>
<p>Alter
 kann auch Schuld bedeuten. Reue als einzige Antwort auf ein 
verpfuschtes Leben. Im «Blauen Engel» von Josef von Sternberg aus dem 
Jahre 1930, nach dem Roman von Heinrich Mann, erlebt dies Jannings als 
Gymnasiallehrer Rath. Er will seine Schüler vor der verführerischen 
Lola-Lola (Marlene Dietrich) retten, wird dabei selbst ihr Opfer, 
erliegt ihrer Sinnlichkeit und verliert seine Würde. Ein Dokument der 
Filmgeschichte, aber auch der Geistesgeschichte und der Haltungen und 
der Moral.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Der letzte Mann»</strong></p>
<p>Der 
Film von Friedrich Wilhelm Murnau aus dem Jahre 1924 erzählt die 
Geschichte des uniformierten Hotelportiers, der altershalber abgesetzt, 
zum Toilettenwart degradiert wird und seine stolze Uniform verliert. 
Emil Jannings spielt den Verlierer dieser Tragödie auf ergreifende 
Weise. Dass Alter auch Verlust, Grenze, Ende bedeuten kann, zeigt dieses
 Meisterwerk des Stummfilms. Ein filmisches Monument über die Würde des 
Menschen und deren Verlust.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Dersu Uzala»</strong></p>
<p>Die
 Geschichte von einem alten Jäger und einem zaristischen Offizier: 
Gleichnis eines Lebens in vollkommener Harmonie mit der Natur. Zwei 
Berichte von W. K. Arsenjew (1872 – 1930) dienten dem japanischen 
Meisterregisseur Akira Kurosawa als Vorlage für diesen monumentalen und 
gleichwohl innig verhaltenen Film, der die Stellung des Menschen in der 
Natur zum Thema hat. Ein breit angelegtes Epos ohne äussere Action, 
jedoch voll seelischer und sinnlicher Feinheiten, fussend auf einem 
beeindruckenden Élan vital und einer tiefen Liebe zum Leben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Die Ballade von Narayama»</strong></p>
<p>Das
 friedliche Leben und Sterben ist das zentrale Thema dieses Meisterwerks
 des Japaners Shohei Imamura. In einem kleinen Dorf am Rande des 
heiligen Berges müssen alle, die siebzig Jahre werden, die Kommune 
verlassen und zum Sterben auf den Narayama steigen. Wer sich der 
Tradition widersetzt, bringt seine Familie ins Unglück. Orin ist 
69-jährig und diesen Winter dran, auf den Berg zu steigen. Aber zuerst 
muss sie sich darum kümmern, dass ihr ältester Sohn endlich eine Frau 
findet. Der wohl wichtigste Film des Meisters; eine bewegende Geschichte
 über die Grundfragen des Seins.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Die Frau mit den fünf Elefanten»</strong></p>
<p>Svetlana
 Geier, die inzwischen 85-jährige Übersetzerin, hat die fünf großen 
Romane Fjodor Dostojewskijs, die «fünf Elefanten» genannt, darunter «Die
 Brüder Karamasow» und «Verbrechen und Strafe» (so der Titel ihrer 
Neuübersetzung von «Schuld und Sühne»), vom Russischen ins Deutsche 
übertragen. Der Regisseur Vadim Jendreyko hat sich mit dieser 
aussergewöhnlichen Persönlichkeit auseinandergesetzt und einen 
sympathischen und bewegenden Dokumentarfilm über sie realisiert. 
Geduldig begleitet er sie und ihre Enkelin durch ihren Alltag und auf 
einer Reise in die Ukraine, den Ort ihrer Jugend, an den sie seit ihrer 
Flucht nie mehr zurückgekehrt war.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Die Herbstzeitlosen»</strong></p>
<p>Den
 lang gehegten Wunsch, eine Lingerie-Boutique zu eröffnen, kann sich die
 80-jährige Martha (Stephanie Glaser in ihrer Glanzrolle) im lauschigen 
Emmentaler Dorf Trub erfüllen. Mit ihren Freundinnen zusammen kämpft sie
 gegen allerhand Widerstände und Rückständigkeit und gewinnt 
schliesslich. Einen wunderbaren Heimatfilm hat uns Bettina Oberli mit 
diesem Werk geschenkt, das ohne jede Schulmeisterei erleben lässt, was 
Alte können, was Freude macht und Würde gibt. Ein Beispiel auch, das 
zeigt, wie einfach und für alle verständlich wirklich wichtige Dinge 
gesagt werden können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Die Mutter»</strong></p>
<p>Der
 nach Maxim Gorkis gleichnamigem Roman 1926 vom Russen Wsewolod Pudowkin
 gedrehte Film ist der erste Teil seiner Revolutions-Trilogie. Er zeigt 
eine Arbeiterfamilie in Sankt Petersburg im&nbsp; Jahre 1905. In den 
politischen und familiären Konflikten der Familie Wlassow verrät die 
Mutter ohne Absicht das Waffenversteck ihres Sohnes. Während die 
Protestler vor den zaristischen Soldaten fliehen, steht die Mutter mit 
der Fahne in der Hand, ungerührt vom Geschehen um sie herum, bis sie von
 Pferden niedergetrampelt wird und stirbt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Die plötzliche Einsamkeit des Konrad Steiner»</strong></p>
<p>Der
 75-jährige Schuhmacher (Sigfrit Steiner in einer Glanzrolle) muss im 
Film «Die plötzliche Einsamkeit des Konrad Steiner» des in der 
Zwischenzeit verstorbenen Pioniers des «neuen Schweizer Films», Kurt 
Gloor, aus dem Jahre 1976 nach dem Tod seiner Frau Werkstatt und Wohnung
 räumen, verliert Beruf und Heimat, Aufgabe und Besitz: seine ganze 
Existenzgrundlage. Er wehrt sich und hat Erfolg, gewinnt eine neue 
Autonomie und Selbstbestimmung. Ein Film, der auch Leuten in der 
Altersarbeit etwas zu sagen hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Elegy»</strong></p>
<p>Die
 «amour fou» eines alternden Literaturprofessors, des heiteren und 
zynischen Erotomanen David Kepesh, und seiner dreissig Jahre jüngeren 
Studentin Consuela, die mit ihrer sinnlichen Schönheit noch auf der 
Suche ist. Der Film von Isabel Coixet zeigt eine weibliche Sicht des 
höchst männlichen Romans «Das sterbende Tier» von Philip Roth und 
veredelt sie gleichzeitig zu einem vielschichtigen Gleichnis, indem er 
Davids Lebenslüge entlarvt, immer wieder auf das Ende der Liebe und des 
Lebens verweist und so die Abgründe der Sexualität auslotet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Elsa und Fred»</strong></p>
<p>Nach
 dem Tode seiner Frau zieht der 78-jährige Alfredo in Madrid in ein 
kleines Appartement. Seine Nachbarin ist die exzentrische Elsa. Sie 
wiegelt ihn auf zu einer nächtlichen Autofahrt, die mit einem Crash 
endet, und zu einem teuren Mittagessen hoch über Rom, von wo sie ohne zu
 zahlen verschwinden. Und sie bringt ihn so weit, dass sie gemeinsam die
 berühmte Szene aus «La dolce vita» von Federico Fellini mit Anita 
Ekberg und Marcello Mastroianni in der Fontana di Trevi nachspielen und 
für sich neu zum Leben erwecken. Ein poetisches Werk des spanischen 
Regisseurs Marcos Carnevale.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Frau Amann, Witwe, 58»</strong></p>
<p>Frau
 Amann ist mit 58 Witwe geworden. Sie kann es noch nicht richtig 
wahrhaben, dass sie allein ist und versucht erfolglos, ihren Kummer mit 
Ferien zu vergessen. Sie verfällt in eine Depression, findet keinen Sinn
 mehr im Leben, fühlt sich einsam und von niemandem gebraucht. Erst 
langsam lernt sie, dass das Leben weitergeht. Sie kommt aus der 
Isolation heraus, merkt, dass ihr das Leben noch vieles bieten kann. Die
 «Videogruppe mitenand», bestehend aus alten und jungen Laien, hat unter
 Anleitung der Animatorin Margrit Bürer diesen interessanten Film 
gedreht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Früher oder später»</strong></p>
<p>Der 
Berner Dokumentarist Jürg Neuenschwander begleitete sieben todkranke 
Menschen bis zum Sterben. Diese konnten «ihren» Film nicht mehr sehen, 
bieten uns jedoch an, sie in diesen schweren Stunden zu erleben: zum 
Nachdenken und zur Besinnung auf unsern eigenen Tod. Der Film macht das 
Intime des Sterbens öffentlich. Ehrfurcht vor dem Leben und dem Sterben 
durchdringt das Werk des Regisseurs und seines Kameramanns. «Man braucht
 den letzten Atemzug nicht zu filmen. Er findet in meinem Film im Kopf 
statt», meint der Autor und gibt an, wie wir damit umgehen können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Gente di mare»</strong></p>
<p>Die
 «Casa di riposo per la gente di mare» in Camogli südlich von Genua gibt
 es seit 1934. Bei den Aufnahmen für diesen Dokumentarfilm begegnete der
 Schweizer Bruno Moll 1992 dort 30 betagten Seeleuten. Ein beschaulicher
 und meditativer Film über ein besonderes Altersheim. Ein Gedicht über 
die Beziehungen alter Seeleute zum Meer: als profaner Arbeitsgeber und 
nie versiegende Quelle vielfältigster Emotionen und Projektionen. Die 
«an Land gespülten» Männer finden sich hier auf dem «zweiten Schiff» zu 
ihrer letzten irdischen Fahrt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Ginger e Fred»</strong></p>
<p>Noch
 einmal auf der Bühne tanzen und geniessen, was man früher erlebt hat, 
ist das Thema in Maestro Federico Fellinis 1985 gedrehtem Spielfilms 
«Ginger e Fred». Seine Vergangenheit zurückholen, wenn auch nur für 
Augenblicke, selbst wenn es gelegentlich etwas peinlich wirkt. Den 
beiden grossen Mimen Marcello Mastroianni und Giulietta Masina gelingt 
es, ihr Leben als Feier zu geniessen, vorbildhaft für alle, denen dies 
bisher noch nicht gelungen ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Giulias Verschwinden»</strong></p>
<p>Ausgerechnet
 an ihrem Fünfzigsten muss Giulia am eigenen Leib erfahren, dass Alter 
auch unsichtbar machen kann. Aus Frust geht sie shoppen, trifft dabei 
einen charmanten, geheimnisvollen Fremden, mit dem sie, statt mit der 
Geburtstagsgesellschaft, die auf sie wartet, den Abend verbringt. Sie 
trinken zusammen und plaudern über sich, ihr Alter, ihr Leben, bis eine 
zarte Freundschaft zu glimmen beginnt. Älterwerden beginnt mit der 
Geburt und endet mit dem Tod. Der wunderbare Schweizer Film «Giulias 
Verschwinden» von Christoph Schaub, mit Corinna Harfouch und Bruno Ganz 
in den Hauptrollen und mit brillanten Dialogen von Martin Suter, handelt
 vom Altern und wie man es feiern kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Goodbye Solo»</strong></p>
<p>Der
 alte Solo bietet dem jungen Taxifahrer William 1000 Dollar, wenn er ihn
 während zweier Wochen herumfährt und am Schluss als Fahrt ohne 
Rückfahrt zum «Blowing Rock», einem abgeschiedenen Berggipfel, bringt. 
Behutsam begegnen sich die beiden, und trotz aller Gegensätze entwickelt
 sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem Menschen, der aus 
dem Leben scheiden will, und einem, der ihn davon abzuhalten versucht. 
Der amerikanische Film von Ramin Bahrani handelt von der Freiheit auch 
des alten Menschen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Gottliebs Heimat»</strong></p>
<p>Dokumentarfilm
 über den in Gösgen aufgewachsenen und kurz nach 1900 in die USA 
ausgewanderten Gottlieb Hoser. Der Film des Schweizer Filmemachers Bruno
 Moll zeichnet das Porträt eines Menschen, der in seinem Leben immer 
wieder aufgebrochen ist und immer wieder neu begonnen hat. Der mit 
einfachen Mitteln geschaffene Erstlingsfilm aus dem Jahre 1978 besticht 
durch seine Einfachheit, Unambitioniertheit und Bescheidenheit, ist 
authentisch und aussagekräftig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Harold and Maude»</strong></p>
<p>Im
 Film «Harold and Maude» von Hal Ashby aus dem Jahre 1971 wird das 
Klischee, jung heisst lebensfreudig und alt lebensverneinend, umgekehrt.
 Auf provokative Weise zeigt eine alte Frau einem jungen Mann, dass das 
Leben Sinn macht. Sie steht für das Leben, er für den Tod. Gerade aus 
ihrer Nähe zum eigenen Ende erwächst ihr diese besondere Lebensbejahung.
 Ein Film, der gerade in der Rückschau schön zeigt, wie Filme gewisse 
Trends, wie sie heute etwa zu verspüren sind, vorwegnehmen können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Harry und Tonto»</strong></p>
<p>Der
 72-jährige Harry und sein Kater Tonto stehen auf der Strasse, weil ihre
 Wohnung in New York abgerissen wird. Da beginnt für die beiden eine 
abenteuerliche Odyssee durch ganz Amerika, auf der sie mit verschiedenen
 alten und jungen Menschen Beziehungen aufnehmen. Die Irrfahrt endet am 
Strande von Santa Monica in Kalifornien, wo für die beiden nochmals eine
 neue Zukunft beginnt. Unterhaltsamer, einfallsreicher und 
bedenkenswerter US-Spielfilm von Paul Mazursky aus dem Jahre 1974, der 
Vertrauen und Optimismus verbreitet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Heute ist nicht morgen»</strong></p>
<p>Der
 50-minütige Schweizer Dokumentarfilm von Nico Gutmann enthält 
Interviews mit drei von Demenz betroffenen Paaren und Szenen aus ihrem 
Alltag, ergänzt durch Informationen. Er ermöglicht eine Sicht auf das 
Thema, die nah am individuellen Erleben ist und gleichzeitig den 
verbreiteten Schreckensbildern eine differenzierte Sichtweise 
gegenüberstellt. Es ist dem Regisseur gelungen zu zeigen, wie die 
Kranken und Angehörigen mit persönlich abgestimmten Massnahmen ihren 
Alltag meistern, ihr Leben den sich ändernden Umständen anpassen und ein
 sinnvolles Leben führen können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Hors Saison»</strong></p>
<p>Schauplatz
 der Handlung dieses weitgehend autobiografischen Films voll Poesie ist 
ein stillgelegtes, heruntergekommenes Hotel in den Schweizer Bergen, das
 seit geraumer Zeit verkauft ist. Dieses hatte einmal den Grosseltern 
des Erzählers gehört. Dort ist er geboren und aufgewachsen. Er besucht 
es ein letztes Mal, um sich im alten Gebäude in Erinnerungen zu 
verlieren. Es wird zum Ort, wo der Schweizer Cinéast Daniel Schmid seine
 Vergangenheit wieder erstehen lässt. Eine Hommage an das Erinnern, 
welches zu neuem Leben erwachen kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Il Bacio di Tosca»</strong></p>
<p>Der
 Schweizer Regisseur Daniel Schmid, der 2006 gestorben ist, hat 1984 in 
seinem Dokumentarfilm über die «Casa di riposo» für ehemalige 
Künstlerinnen und Künstler der Mailänder Oper Zeugnis abgelegt, wie 
Musik alte Menschen beflügelt und von vergangener Grösse träumen lässt. 
Die Frauen und Männer in «Il bacio di Tosca» machen ihre Vergangenheit 
zur Gegenwart, «auf der Suche nach der verlorenen Zeit», um diese Zeit 
nochmals auferstehen, diese Erlebnisse nachleben zu lassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«I’m Just A Simple Person»</strong></p>
<p>«Als
 mein Grossvater kurz vor Weihnachten 1990 überraschend in seiner 
Wohnung verstorben war, hielt er einen Brief mit der Anrede «Liebe 
Kathrin» in der Hand.» «Wer war diese Kathrin?», fragte sich der damals 
29-jährige Filmemacher Stefan Haupt und machte sich auf Spurensuche. Bis
 anhin hatte er nichts von dieser Frau, seiner Schwägerin in Kanada, 
gehört. In der Folge wurde sie ihm jedoch als «aussergewöhnliche und 
couragierte Frau» geschildert. Und als 1996 eine Cousine aus Kanada zu 
Besuch kam und ebenfalls von ihrer Grossmutter Kathrin und deren 
«unglaublichem Leben» erzählte, entschloss er sich, sie zu besuchen und 
ihre Lebensgeschichte zu filmen. Und sie fasziniert auch uns.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Innocence»</strong></p>
<p>Ein
 verwitweter Pensionär, Andreas Borg, trifft in Australien seine erste 
Liebe, Claire, wieder und beginnt ihr erneut den Hof zu machen. Obwohl 
sie mit John verheiratet ist, lässt sie sich auf sein Werben ein. Ganz 
allmählich entwickelt sich daraus eine Liebesgeschichte dreier alter 
Menschen, worin die törichte Verliebtheit ebenso Platz hat wie die 
Gelassenheit, die Abgeklärtheit wie der Tod und der seelische Schmerz 
der Dreierbeziehung. Der Australier Paul Cox erzählt in unterhaltsamer, 
berührender, aufwühlender und tragischer Weise von der Leichtigkeit und 
Lebendigkeit des Altseins.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Irina Palm»</strong></p>
<p>Irina
 will ihrem Enkel eine teure medizinische Behandlung bezahlen, lässt 
sich dafür in einer Rotlicht-Bar in Londons Soho als «Hostess» 
engagieren und beginnt damit bewusst ein Doppelleben. Kompromisslos 
arbeitet sie auf ihr Ziel hin, kümmert sich weder um Klatsch, Vorurteile
 und ihren Ruf, noch um «political correctness» und die «Moral». 
Subjektiv handelt sie als freier Mensch im aufrechten Gang. Wem schadet 
sie? Niemandem. Wem nützt sie? Einem Kind. Also: Sie tut Gutes. Sie lebt
 das, was gerade Alte sich vermehrt leisten könnten, wenn sie unabhängig
 und frei werden. Marianne Raithfull in einer Meisterrolle im Film von 
Sam Garbarski.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Iris»</strong></p>
<p>Die 
Schriftstellerin Iris war seit über vierzig Jahren mit dem 
Literaturkritiker John verheiratet. In den frühen Tagen ihrer Romanze 
hatte die Autorin das Sagen. Er stand in ihrem Schatten und akzeptierte,
 dass sie ihre Freiheit auch mit andern Männern und Frauen zelebrierte. 
Doch die beiden blieben ein Paar und wuchsen im Lauf der Jahre immer 
näher zusammen, bis ihre Partnerschaft aufs Schwerste erschüttert wird, 
als man bei ihr Alzheimer diagnostiziert. Aufopfernd und geduldig pflegt
 er sie bis zu ihrem Tod. Richard Eyre erzählt diese wahre Geschichte 
über die wunderbare Kraft der Liebe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«</strong><strong>Kirsch</strong><strong>blüten»</strong></p>
<p>Doris
 Dörrie zeigt poetisch stimmig ein Paar, das im Tode erst wirklich 
zueinander findet. In einem subtilen und emotionalen «Memento mori» 
weiss allein die alternde Trudi, dass ihr Mann Rudi todkrank ist. Sie 
entschliesst sich für ein letztes gemeinsames Unternehmen, eine Reise an
 die Ostsee. Doch dort stirbt nicht er, sondern unerwartet sie. Das 
wirft ihn aus der Bahn, er macht sich nach Japan auf und versucht 
Schritt um Schritt sich dieser fremden Welt, die sie liebte, zu nähern 
und erlebt so eine seelische Verbindung mit der Verstorbenen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«La famiglia»</strong></p>
<p>Eingerahmt
 in zwei Familienfotos, aufgenommen 1906 zum Beginn und 1986 zum Ende, 
entrollt der Italiener Ettore Scola seine Familienchronik, von der er 
sagt: «Ich hoffe, dass jeder dort seine eigene Familie wiedererkennen 
wird.» Achtzig Jahre, in denen die Familie von Carlo durch Höhen und 
Tiefen des Lebens geht, Freude, Kummer, Krankheit, Tod und neues Glück 
erlebt. Chronik des Mikrokosmos einer Familie und gleichzeitig die 
Geschichte eines Jahrhunderts und einer Gesellschaft im Wandel.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«La graine et le mulet»</strong></p>
<p>Den
 Job als Hafenarbeiter ist Slimane mit Sechzig los. Doch damit findet er
 sich nicht ab, er packt sofort ein neues Ziel an, realisiert einen 
alten Traum: ein Restaurant im Hafen von Sète. Er wird 
«Lebensunternehmer», auch wenn ihm Schicksalsschläge nicht erspart 
bleiben. Er macht sich auf den Weg, arbeitet wie wild, rennt, pedalt mit
 dem Fahrrad, und als ihm dieses gestohlen wird, läuft er weiter, bis er
 zusammenbricht. Doch für ihn gab es, so die Tragikkomödie von 
Abdellatif Kechiche, wirklich ein Leben nach der Pensionierung und vor 
dem Tod.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Last Chance Harvey»</strong></p>
<p>Dem 
New Yorker Musiker Harvey, der seinen Unterhalt mit Werbe-Jingles 
verdient, droht die Kündigung. Er ist resigniert. So auch die Londonerin
 Kate, die Umfragen macht und sich von ihrer Mutter terrorisieren lässt.
 Kälte erlebt Harvey von seiner Familie vor der Trauung seiner Tochter. 
Er will nach Amerika, um wenigstens seinen Job zu retten, verpasst 
jedoch seinen Flug. In der Hotelbar begegnet er Kate. Sie plaudern 
miteinander, freunden sich an, besprechen ihre Sehnsüchte. Damit beginnt
 ein zweiter Frühling. Beide sind offen, wagen Nähe, glauben, dass es 
nie zu spät ist. Schöner Good-Feel-Film von&nbsp;Joel Hopkins.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«La vielle dame indigne»</strong></p>
<p>In
 «La vieille dame indigne» zeichnet René Allio 1964, nach der 
Brecht-Erzählung «Die unwürdige Greisin», das Porträt von Madame Berthe 
(von Sylvie eindrücklich verkörpert), die nach dem Tod ihres Gatten 
auflebt, ein neues Leben beginnt: «Sie hatte die langen Jahre der 
Knechtschaft und die kurzen Jahre der Freiheit ausgekostet und das Brot 
des Lebens aufgezehrt bis auf den letzten Brosamen.» Grossartiger 
Schwarzweiss-Film, der viel Lebensweisheit enthält.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Leergut»</strong></p>
<p>Ein
 65-jähriger Lehrer, der weder mit der Arbeit noch mit der Liebe 
aufhören will, liefert die Vorlage für eine komisch-romantische 
Geschichte des Tschechen Jan Sverák. Sie handelt davon, wie man sein 
Glück immer neu versuchen und einen dritten Frühling herzaubern kann, 
dass ihn dabei zwei junge Dinger in Strapsen bis in die Träume hinein 
verfolgen und zum Schwitzen bringen, gibt seinem Alter den prickelnden 
Reiz eines Champagnerfestes. Ein Film der unterhält, zu Überlegungen 
anregt und Mut macht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Les herbes folles»</strong></p>
<p>Ein
 Mann findet ein Portemonnaie und verliebt sich in die ihm unbekannte 
Besitzerin. Er verfolgt sie mit Anrufen und Briefen, bis sie es ihm 
untersagt. Als sie ihn zu vermissen beginnt, nimmt sie seine Fährte auf.
 All das erzählt der französische Altmeister Alain Resnais in einem 
leicht wirkenden und dennoch tiefsinnigen Film. Poetisch erzählt er von 
einer absurden «amour fou» mit einem offenen Schluss. Schmunzelnd und 
wehmütig plädiert er dafür, dass es nie zu spät ist für die Liebe, auch 
nicht im hohen Alter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Les plages d’Agnès»</strong></p>
<p>Agnès
 Varda, die heute 81-jährige Filmregisseurin, Fotografin und neu auch 
Schöpferin von (Video)-Installationen, blickt auf mehr als ein halbes 
Jahrhundert Erfahrung zurück. In dieser Zeit drehte sie über zwei 
Dutzend Filme, die alle durch ihren Stil der «cinécriture» 
gekennzeichnet sind: Spontane Zufälle, willkürliche Begegnungen und 
Lebenserfahrung fliessen in ihren Film ein, der zwischen Wirklichkeit 
und Spiel, Dokument und Fiktion pendelt. Ein filmisches Selbstporträt, 
das die Frage thematisiert, «wie man Erinnerung sichtbar machen kann.»</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Letters To Juliette»</strong></p>
<p>Als
 die Amerikanerin Sophie mit ihrem Verlobten in Verona schöne 
Urlaubstage zu verbringen hofft, muss sie feststellen, dass seine 
Leidenschaft mehr der italienischen Küche als ihr gilt. Deshalb begibt 
sie sich allein auf Entdeckungstour und findet «Julias Sekretärinnen»: 
Vier Frauen, die Briefe von Liebenden beantworten, die sich an Julia 
wenden. Sie macht mit und beantwortet den uralten Brief von Claire. Von 
ihrer einfühlsamen Antwort berührt, kehrt diese an den Ort ihrer Jugend 
zurück und sucht nach ihrer grossen Liebe. Hollywood-Film von Gary 
Winick.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Le grand voyage»</strong></p>
<p>Der 
Marokkaner Ismaël Ferroukhi erzählt in einem Roadmovie von einem alten 
Vater, der mit einem seiner Söhne als Pilger nach Mekka fährt. Die lange
 Reise dorthin, im engen Auto beide aufeinander angewiesen, zeigt nach 
der anfänglichen Blockade ein leises sich Annähern des Alten und des 
Jungen, macht sichtbar und erlebbar, was sich dabei untergründig alles 
ereignen kann. Eine Reise unternehmen bedeutet doch, einen Ort 
verlassen, um einen andern zu erreichen, heisst aber auch, sich 
verändern, lernen, leben lernen. Und dies geschieht hier über 
Generationen und religiöse Überzeugungen hinweg.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Les années lumière»</strong></p>
<p>Eine
 hintergründige, vielfältig deutbare Parabel über das Verhältnis des 
Menschen zur Natur. Seit zwanzig Jahren beobachtet der alte Yoshka die 
Vögel, um von ihnen die Kunst des Fliegens zu erlernen. Als geistigen 
Erben und als Gehilfen führt er den 25-jährigen Jonas in seine Welt ein.
 Die Beziehung zur Natur wird nicht nur thematisiert, sie ist in den 
atmosphärischen Bildern der irischen Landschaft ständig präsent. Eine 
Dimension der meditativ erzählten Geschichte des Schweizers Alain Tanner
 ist auch die Frage nach dem Sinn und Auftrag des Alters.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Les invasions barbares»</strong></p>
<p>Der
 lebenslustige Geschichtsprofessor Rémy, ein linksintellektueller 
Achtundsechziger, anfangs fünfzig, liegt todkrank im Spital. Um sein 
Kranken- resp. Sterbebett versammeln sich die Familie, alte Freunde und 
ehemalige Geliebte und träumen nochmals von den Errungenschaften und 
Niederlagen ihres gemeinsamen Lebens, also von der guten alten Zeit. 
Provokativ und witzig geht es in diesem Film zu und her um den sozialen 
Wandel, das Älterwerden und den Tod. Der Frankokanadier Denys Arcand 
lädt ein zu einem «letzten Abendmahl», voll Tiefsinn und heidnischer 
Frivolität.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Les petits fugues»</strong></p>
<p>Gelegentlich,
 wie in «Les petits fugues» (1978) von Yves Yersin, gelingt alten 
Menschen mehr, als nur Nein zu sagen und eigene Wege zu gehen. Nach 
dreissig Jahren Arbeit auf dem Bauernhof hat der Knecht Pipe seine 
Freiheit entdeckt. Er beginnt, Schritt um Schritt sich selbst zu 
verwirklichen, hebt ab mit seinem aus der AHV erstandenen Moped und 
fliegt über Feld und Wald, gen Himmel. Einer der wichtigen Filme des 
«neuen Schweizer Films», der jedoch über die Jahre hinaus noch eine 
Botschaft hat, die zählt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«L'homme qui a perdu son ombre»</strong></p>
<p>Wenn
 man keine Ideen mehr hat und nicht mehr weiss, warum man die Dinge tut,
 ist man wie jemand, der seinen Schatten verloren hat, sagt Antonio im 
Film von Alain Tanner zu Paul. Der Altkommunist Antonio ist nach langem 
französischem Exil in die andalusische Heimat zurückgekehrt und nimmt 
Paul bei sich auf, der von zu Hause geflüchtet ist. Doch mit Antonio 
verschwindet die soziale Utopie aus der Geschichte. Parabel des 
Westschweizer Filmemachers aus dem Jahre 1991 über das Ende der 
gesellschaftlichen Utopien.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Limelight»</strong></p>
<p>Charles
 Spencer Chaplin hat 1952 mit «Limelight» seinen Altersfilm geschaffen. 
Er erzählt berührend, wie ein alternder Clown durch die Liebe einer 
jungen Tänzerin neuen Lebensmut bekommt und wie er diese durch sein 
Umsorgen vor dem Selbstmord rettet. Wie Alt und Jung aufeinander 
angewiesen sind, sich notwendig brauchen, ist wohl nirgends schöner 
dargestellt als hier. Vielleicht einer der tiefsten Filme zum 
Miteinander von Alt und Jung, der zeigt, das Sein immer Mit-Sein ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Lina Braake»</strong></p>
<p>Gegen
 die gängigen Denk- und Lebensgewohnheiten verstossen die Alten im Film 
«Lina Braake» (1975) von Bernhard Sinkel. Eine Gruppe Männer und Frauen 
versucht eine Bank auszurauben, weil diese sie betrogen und ihrer 
Freiheit beraubt hat. Sie begeht das Delikt eines höheren Wertes wegen. 
In die Opposition gehen, weil man unabhängig ist, gilt als Privileg des 
Alters. Eigentlich ein 68er-Film, der jedoch in seinem Witz und in 
seinem Mut auch in der heutigen Zeit Gültigkeit hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Lola»</strong></p>
<p>Grossmutter
 Sepas Enkel wurde von einem Handydieb getötet. Für Trauer und Wut 
bleibt ihr wenig Zeit, denn sie muss sich um das Begräbnis kümmern. 
Grossmutter Puring will ihren Enkel Mateo, der dieses Mordes angeklagt 
ist, aus dem Gefängnis holen, kann das Geld für die Kaution nicht 
aufbringen. An der ersten Gerichtsanhörung stehen sich die beiden 
Grossmütter gegenüber. Beide sind sie alt, gebrechlich und arm, doch 
jede ist entschlossen, alles für ihren Enkel zu tun. Der Ausgang des 
Falles hängt von der grossmütterlichen Liebe ab. Brillante Mendoza aus 
den Philippinen hat mit diesem Film ein Gleichnis geschaffen über den 
Wert und die Würde von Grosseltern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Lonely Passion of Judith Hearne»</strong></p>
<p>Film
 von Jack Clayton aus dem Jahre 1987 mit Maggie Smith und Bob Hoskins. 
Judith Hearne ist eine ältere Orgelspielerin, die sich ihren 
Lebensunterhalt hauptsächlich mit Klavierunterricht verdient. Eines 
Tages verliebt sie sich in einen skrupellosen Hotelbesitzer, dessen 
einziges Interesse an ihr ist, sie soweit auszunutzen, wie es nur 
möglich ist. Aus unerfüllter Liebe beginnt ihr Abstieg, dessen Anfang 
von ihrer immer häufigeren Hingabe zum Alkohol markiert ist. 
Eindrückliches Porträt einer einsamen, alkoholsüchtigen Frau.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Los lunes al sol»</strong></p>
<p>Im
 Zentrum dieses spanischen Films steht der Werftarbeiter Santa, der wie 
viele seiner Kollegen seinen Job verloren hat. Schlimmer als die 
finanzielle Not ist dabei, dass die Arbeitslosigkeit Stolz, 
Selbstbewusstsein und selbst die sexuelle Identität der Männer 
nachhaltig erschüttert. Nuanciert, mit psychologischem Gespür und mit 
Humor schildert der Regisseur Fernando Léon de Aranoa die Situation von 
drei Männern. Die Beobachtung der Befindlichkeit dieser Männer wird zu 
einem gerontologischen Traktat über das Alter ohne Arbeit: bitterböse 
und dennoch tief menschenfreundlich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Madame Sousatzka»</strong></p>
<p>Der
 junge Klavierspieler Manek Sen lebt in London bei seiner allein 
erziehenden Mutter, einer indischen Immigrantin, die sich als Köchin 
durchschlägt. In der Hoffnung, ihr Sohn möge es rasch zum berühmten 
Konzertpianisten bringen, meldet sie ihn bei einer renommierten Lehrerin
 an. Madame Sousatzka (Shirley MacLaine) beharrt darauf, dass ihre 
Schüler ihr Leben in der gleichen vornehmen, kultivierten Art leben wie 
sie früher einmal und zerbricht schliesslich an diesen zu hohen Idealen.
 Überzeugendes sozialkritisches Altersporträt von John Schlesinger.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Mammuth»</strong></p>
<p>Serge
 Pilardosse ist 60 geworden, Gérard Depardieu, der ihn verkörpert, 61. 
Der Metzger Serge arbeitete ein Leben lang, doch nach der Pensionierung 
stellt er fest, dass ihm Rentenabrechnungen fehlen. Auf Druck seiner 
Frau besteigt er sein altes Motorrad, eine «Mammuth», der er seinen 
Spitznamen verdankt, und geht auf die Suche nach seinen Belegen. Ein 
Roadmovie von Benoît Delépine und Gustave Kervern. Eine verrückte 
Geschichte über eine absurde Welt, eine Tragikomödie, in der die 
Verrücktheit Normalität oder zumindest Realität ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Nelly &amp; Monsieur Arnaud»</strong></p>
<p>Die
 junge Pariserin Nelly steht vor Ehe- und Geldproblemen. Bei ihrer 
Freundin lernt sie den älteren Monsieur Arnaud kennen, der ihr anbietet,
 ihre Schulden zu tilgen, wenn sie ihn beim Schreiben seiner Memoiren 
unterstütze. Ihre anfängliche Distanziertheit verlieren beide bei der 
Arbeit. Es entsteht eine Beziehung aus Verständnis, Liebe und 
Zärtlichkeit. Dass sich beide ihre Gefühle eingestehen, dazu kommt es 
nicht mehr. Arnaud geht mit seiner Ex-Frau auf eine lange Reise. Nelly 
bleibt allein zurück. Sensibles Drama von Claude Sautet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«O'Horten»</strong></p>
<p>Ein
 Zug rollt durchs winterliche Norwegen. In der Führerkabine sitzt Odd 
Horten bei seiner vorletzten Fahrt. Tags darauf geschieht, was ihm in 
vierzig Dienstjahren nie passiert ist. Er verschläft sich und verpasst 
seine letzte Fahrt. Bent Hamer schuf mit «Das neue Leben des Herrn 
Horten» ein poetisches, melancholisches, humorvolles Porträt eines 
Pensionärs, der sein Leben, auch wenn es manchmal verrückt spielt, ohne 
den vertrauten Fahrplan plötzlich in die eigenen Hände nimmt und sich 
sogar, wie einst seine Mutter, als Skispringer versucht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«On Golden Pond»</strong></p>
<p>«Was
 sich liebt, das streitet», gilt für die Jungen – müsste auch bei den 
Alten vermehrt akzeptiert werden, da sich deren Verhalten in Jahren und 
Jahrzehnten verfestigt hat. Waches Leben auch älterer Menschen bedeutet 
brodelnde Auseinandersetzung, intensive Kommunikation. In «On Golden 
Pond» von Marc Rydell, 1981 in Hollywood gedreht, geschieht das, mit 
grossartigen Schauspielern, augenzwinkernd und generationenübergreifend.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Onore e riposo»</strong></p>
<p>In
 Italiens einzigem Heim für Kriegsveteranen gedreht, folgt der 
Dokumentarfilm dem Alltag der Veteranen der Casa militare Umberto 1° in 
Turate in der Nähe von Como. Der Besuch einer Schulklasse wird für 
einige der alten Männer zu einer schönen Gelegenheit, sich den Kindern 
gegenüber dahin zu äussern, dass sie dafür sorgen sollen, künftig keine 
Kriege mehr zuzulassen. Mittellanger Dokumentarfilm von Fernando und 
Ronaldo Colla aus dem Jahre 1979, der durchaus auch in der Schweiz 
Gültigkeit hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Pandoras Box»</strong></p>
<p>In 
einem Dorf am Schwarzen Meer verschwindet eine alte Frau spurlos. Ihre 
drei erwachsenen Kinder reisen aus Istanbul an, um die vermisste Mutter 
(eine grossartige Tsilla Chelton) in den Bergen zu suchen und in die 
Stadt mitzunehmen, wo klar wird, dass sie an Alzheimer leidet und 
Betreuung braucht. Nicht nur das Leben der Kranken wird zur 
Herausforderung, auch ihre familiären Beziehungen. Der stille, bewegende
 Spielfilm der türkischen Regisseurin Yesim Ustaoglu handelt von einer 
Dementen, doch tiefer gesehen von unser aller Krankheit: Abkapselung, 
Isolation und Egoismus, die nur durch gute Beziehungen zu heilen ist<strong>.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Pane e Tulipane»</strong></p>
<p>Im
 Alter gilt es, Fantasieren und Träumen, Sinnlichkeit, Lust und Liebe 
neu zu entdeckt. Im Schweizer Film «Pane e Tulipane» von Silvio Soldini 
glückt es einer stets bescheidenen und lebenslang angepassten älteren 
Hausfrau (Licia Maglietta) auszubrechen aus der Tretmühle des Alltags, 
gelingt einem in einer Vergangenheit ohne Zukunft dahin dösenden Mann 
(Bruno Ganz) ein neues Leben. Lustvolle, heitere Komödie mit viel 
Tiefsinn und Lebenserfahrung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Pauline &amp; Paulette»</strong></p>
<p>Der
 Spielfilm von Lieven Debrauwer erzählt die Geschichte von Pauline, 
einem Kind von 66 Jahren, das weder lesen noch schreiben noch korrekt 
sprechen kann, und ihren zwei Schwestern, die sie bei sich aufnehmen 
sollten. Was zwischen diesen drei Frauen geschieht, ist ein wunderbares 
Spiel der Beziehungen: Zuneigung und Ablehnung, Zärtlichkeit und 
Verweigerung, Annäherung und Rückzug. Heiter, manchmal auch bissig, doch
 immer menschenfreundlich diese Lektion in Zwischenmenschlichkeit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Popacabana»</strong></p>
<p>Sorglos
 und unbeschwert scheint Babou alles gelassen hinzunehmen. Wer braucht 
schon eine feste Anstellung, einen Ehemann oder Verbindlichkeiten? Als 
sich dann jedoch herausstellt, dass ihre eigene Tochter sich derart für 
sie schämt, dass diese sie nicht zu ihrer Hochzeit einladen will, 
beschliesst sie in ihrem Mutterherzen, sich zu ändern und einen festen 
Job anzunehmen. Doch dies gelingt ihr nicht, sie bleibt eine 
Abenteurerin. Isabelle Huppert (*1953) in einer Glanzrolle, in der 
einmal die Rolle der revoltierenden Jungen und der angepassten Alten 
umgekehrt wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Pranzo di ferragosto»</strong></p>
<p>Gianni,
 ein Mann mittleren Alters, lebt als einziger Sohn immer noch mit seiner
 verwitweten Mutter in einem alten Haus im Zentrum von Rom und steht 
unter ihrer Fuchtel. Seine Tage verbringt er zwischen Haushalt und 
Osteria. Vor Maria Himmelfahrt macht ihm sein Hausverwalter den 
Vorschlag, er erlasse ihm sämtliche Schulden, wenn er sich während der 
Feiertage um seine alte Mutter kümmere, damit er in die Ferien fahren 
könne. Am Schluss sind es vier lebenslustige Omas, die bei ihm ihren 
Altweibersommer feiern. Aus Spontaneität und Übermut lebender Altersfilm
 von Gianni Di Gregorio.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Que sera?»</strong></p>
<p>Kindertagesstätte
 und Altersheim unter einem Dach in der «Schönegg» in Bern: Eine Utopie,
 die Wirklichkeit wurde! Der Schweizer Dokumentarfilmer Dieter Fahrer 
hinterfragt dieses bekannte Modell kritisch und hoffend zugleich. Denn 
die Frage, wie Alt und Jung in Zukunft zusammenleben werden, ist 
mitentscheidend, wie das Leben für die einen wie die andern 
gesellschaftlich aussehen wird. «Que sera?» hiess es im bekannten 
Schlager von Doris Day aus dem Jahre 1956: «Wohin gehen wir? Welches 
Ziel haben wir?» So haben auch wir uns immer wieder neu zu fragen und 
diese Frage zu beantworten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«70 Jahr’ – graues Haar»</strong></p>
<p>Alte
 Frauen betreten ihren Coiffeursalon und reflektieren ihr Verhältnis zu 
Schönheit und Alter. Während die Haare gewaschen, geschnitten oder 
gefärbt werden, beginnen sie aufzublühen, und der Mythos «Anti-Aging», 
die biologische Alterung hinauszuzögern, gerät ins Wanken. Ermöglicht 
wird dies durch den freundlichen, liebevollen Umgang mit den Coiffeusen 
und Coiffeuren. Durch jahrelange Beziehungen und Berührungen entsteht 
Vertrautheit. Ein halbstündiger Dokumentarfilm von Anne-Marie Haller, 
nach einer Idee von Monika Streit Steiger über ein aufrichtiges und 
ungeschminktes Älterwerden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Solas»</strong></p>
<p>Maria
 wird vom Leben nicht verschont. Um ihrem herrschsüchtigen Vater zu 
entkommen, verlässt sie Dorf und Familie und lebt isoliert im 
Armenviertel von Sevilla. Als er in die Stadt ins Spital muss, zieht 
ihre Mutter zu ihr. Maria merkt, dass sie von einem Mann, der zu ihr 
gleich herzlos ist wie ihr Vater zu ihrer Mutter, schwanger ist. Die 
Mutter freundet sich mit einem alten, menschenscheuen Nachbarn an und 
knüpft mit dieser Bekanntschaft ein Band, das der Tochter nach ihrer 
Abreise hilft. Der Film des Spaniers Benito Zambrano ist ein Hymnus auf 
die Liebe alternder Menschen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Sous le sable»</strong></p>
<p>Jahr
 für Jahr verbringt Jean und Marie (Charlotte Rampling) im bekannten 
Ritual von Menschen, die sich schon lange kennen, ihre Sommerferien am 
Atlantik. Doch dieses Jahr geschieht etwas Unerwartetes; während die 
fünfzigjährige Frau am Strand schläft, verschwindet ihr sechzigjähriger 
Mann. Ist er ertrunken? Geflohen? Sie wird konfrontiert mit dem 
rätselhaften Verschwinden und versucht, Abschied zu nehmen. Der Franzose
 François Ozon wurde zu diesem Film von einem eigenen Erlebnis als Kind 
inspiriert. Er stellt darin bohrende Fragen, die auch uns auf dem Grund 
der Seele treffen<strong>.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Stelzen»</strong></p>
<p>Elegisch
 und meditativ kommt der Spielfilm von Carlos Saura daher: Stimmungen 
einer Altersdepression, sensibel nachgelebt in kultivierten Erinnerungen
 und erotischen Träumen eines Professors, dessen Frau gestorben ist und 
der Selbstmord begehen will. Er wird in Theateraktivitäten einer jungen 
Nachbarin hineingezogen, so dass Kreativität und Liebe kurz seine 
Lebensgeister wecken. Die stille Versenkung in das lahmgelegte, wieder 
erwachende und aufs Neue abgewürgte Lebensgefühl des Alten endet 
endgültig in der Melancholie.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Still Walking»</strong></p>
<p>Der
 preisgekrönte Spielfilm des Japaners Hirokazu Kore-eda erzählt die 
Geschichte einer Familie mit erwachsenen Kindern, die an einem einzigen 
Sommertag spielt. Sie treffen zusammen, um des verstorbenen Sohnes und 
Bruders zu gedenken, der bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Obwohl
 alles noch wie früher ist, das gemütliche Haus, das Festmahl der 
Mutter, haben sich dennoch alle im Laufe der Zeit verändert. Eine 
Familie, durch Liebe verbunden und Ressentiments getrennt. Zwischen 
leisem Humor und wehmütigem Kummer balancierend, porträtiert der 
Regisseur, wie bemühend und wertvoll zugleich das Leben in der Familie 
sein kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Tatie Danielle»</strong></p>
<p>Alte 
habe anständig, gesittet, weise zu sein, heisst es. Alte können aber 
auch widerborstig, stur, eklig sein, zeigt der 1990 entstandene Film 
«Tatie Danielle» von Etienne Chateliez. Eine «unwürdige», ja 
unanständige, freche, böse, gehässige, abgefeimte, zynische Greisin 
führt darin ihr Regime. Solches sollte auch allen andern Alten 
zugebilligt werden, erst dann sind sie gleichberechtigt. Provokation, 
die oft Not tut, die nützlich und notwendig ist. Eine Thematik, die noch
 nicht genug diskutiert wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«The Bridges Of Madison County»</strong></p>
<p>Liebesfilm
 von und mit Clint Eastwood und Meryl Streep in der zweiten Hauptrolle. 
Eine Reportage für das Magazin «National Geographic» führt den 
Fotographen Robert Kincaid nach Iowa. Dort trifft er, auf der Suche nach
 einer Brücke, die Farmerin Francesca Johnson, die vier Tage ohne 
Ehemann und Kinder zu Hause ist. In dieser Zeit entwickelt sich eine 
spannungsgeladen Beziehung zwischen den beiden. Diese zufällige 
Begegnung mit dem fremden Fotografen könnte für Francesca eine Wende in 
ihrem Leben bedeuten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«The Bucket List»</strong></p>
<p>Der
 Zufall will es, dass ein Milliardär und ein Mechaniker im Spital das 
Zimmer teilen. Obwohl beide in verschiedenen Welten leben, entdecken sie
 Gemeinsamkeiten und werden Verwandte angesichts ihres Schicksals, nur 
noch kurze Zeit leben zu können. Sie brechen zu einer skurrilen, 
abenteuerlichen Reise auf, werden Freunde, ignorieren die Ratschläge 
ihrer Ärzte und tun alles, was sie noch möchten. Auch wenn Rob Reiners 
Film etwas sehr amerikanisch ist, trifft er doch auch bei uns den Wunsch
 nach dem «Carpe diem» der Römer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«The Dust Of Time»</strong></p>
<p>Im
 zweiten Teil seiner das 20. Jahrhundert umspannenden Trilogie verknüpft
 der Grieche Theo Angelopoulos mit grossartigen Schauspielern die 
private Geschichte von Spyros und Eleni mit den weltpolitischen 
Ereignissen zwischen 1950 und der Jahrtausendwende. Ihm gelingt ein 
gewaltiges Fresko mit grandiosen Bildern, aber auch mit vielen offenen 
Enden. Ein Film über das Erinnern, das Leben über Generationen hinweg 
und das Sterben. Grossartig inszeniertes Weltkino, das zum Nachsinnen 
animiert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«The Last Show»</strong></p>
<p>Robert 
Altman geht im letzten Film vor seinem Tod von der Annahme aus, dass die
 aktuelle Sendung der bekanntesten und erfolgreichsten Live-Radioshow 
aller Zeiten die letzte ist, da der Liquidator bereits vor der Türe 
steht. Was im Angesicht dieses Endes und – symbolisch – des Todes vor 
und hinter den Kulissen sich abspielt, ist eine rauschende Feier auf das
 Leben und gleichzeitig ein moderner Totentanz. Ein Filmereignis der 
Sonderklasse, voll Sinn und Sinnlichkeit, traumhaft und melancholisch, 
übermütig und wehmütig zugleich, das berührt und zum Nachsinnen einlädt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«The Old Man And The Sea»</strong></p>
<p>Ein
 bleibendes Gleichnis des Kampfes gegen Natur und Schicksal ist der 1958
 gedreht Film «The Old Man and the Sea» von John Sturges. Die Fabel des 
Nobelpreisträgers Ernest Hemingway setzt ein Dennoch, ein Trotzdem gegen
 die Resignation. Obwohl es absurd ist, weiter mit dem Fisch zu kämpfen,
 macht der alte Fischer weiter – und verliert. Der Fisch siegt in der 
Tat, der Fischer in der Idee. Eine der grossen Fabeln der modernen 
Literatur angemessen verfilmt und in die Altersdiskussion einzubringen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«The Straight Story»</strong></p>
<p>Der
 73-jährige Alvin Straight kann wegen seiner schlechten Augen und eines 
Knochenleidens nicht mehr Auto fahren, und Geld für lange Reisen hat er 
auch nicht. Was er sich jedoch in den Kopf gesetzt hat, gibt er nicht 
auf. Er will seinen in der Ferne lebenden todkranken Bruder Lyle 
besuchen, den er wegen eines Streites seit Jahren nicht mehr gesehen 
hat. Bereit, den Stolz und Ärger zu vergessen, will er Frieden 
schliessen. Nach einem gescheiterten ersten Versuch macht er sich mit 
einem motorisierten Rasenmäher auf den Weg. Der Film von David Lynch ist
 oft skurril, doch nie ohne Tiefsinn.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«The Whales of August»</strong></p>
<p>Die
 Schwestern Libby und Sarah verbringen seit ihrer Jugend den Sommer in 
einem Holzhaus auf den Klippen einer Insel vor der Küste des 
amerikanischen Bundesstaates Maine. Früher konnten sie hier im August 
die Wale vorbeiziehen sehen, doch dies gibt es schon seit Jahren nicht 
mehr. Beide sind im hohen Alter, Libby ist blind und grantig, Sarah, 
verwitwet, kinderlos und kümmert sich um ihre Schwester. Die beiden 
Damen gehen hinaus auf eine Klippe und hoffen, doch noch einmal diese 
Wale zu sehen. Altersdoppelporträt von Lindsay Anderson.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«The Written Face»</strong></p>
<p>Der
 Film von Daniel Schmid aus dem Jahre 1995 ist der leidenschaftliche 
Versuch einer Annäherung an den japanischen Kabuki-Star Tamasaburo 
Bando. Er gliedert sich in vier Akte: Dem Auftakt mit dem Tanz der 
betrunkenen Schlange, dem ältesten Mythos Japans, folgt der 
dokumentarische Teil der Begegnung mit einer Geisha und Tänzerin, einer 
Filmschauspielerin und einem Butoh-Tänzer. Der nächste, «Twilight 
Geisha», stellt eine spielerische Variation des Geisha-Themas dar, und 
im vierten Teil tanzt Tamasaburo ein Kabuki-Stück.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Tocar el cielo»</strong></p>
<p>Pedro,
 ein durchgeknallter alter Kauz und Literaturprofessor, legt sich im 
Film von Marcos Carnevale meist quer und geniesst die Freiheit und 
ebenso die Schönheit seiner «aufgestellten» Lebensgefährtin wie die 
einer jungen Studentin. In seiner Welt nimmt man es im Allgemeinen nicht
 so genau mit Regeln und Geboten, heisst es eher sowohl-als-auch, nicht 
entweder-oder, womit er dem unseligen «Mono» der Monokultur, des 
Monotheismus und der Monogamie (Al Imfeld) entkommt. Diese Befreiung 
macht ihm das Leben zur Feier.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Tod eines Handelsreisenden»</strong></p>
<p>Konflikt
 zwischen dem 63 Jahre alten Willy Loman und dessen Sohn Biff. Willy ist
 innerlich zerrissen. Biff hat seinem Vater nie verziehen, dass er seine
 Mutter betrogen hat, wird selbst zum Versager und schlägt sich mit 
billigen Jobs durchs Leben. Der Konflikt spitzt sich zu, bis Biff seinem
 Vater zeigt, wie sehr er ihn liebt. Willy begeht Selbstmord, damit 
seine verarmte Familie und Biff Geld aus seiner Lebensversicherung 
erhalten. Verfilmung von Volker Schöndorff eines Theaterstücks von 
Arthur Miller.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Tout va bien»</strong></p>
<p>Zu 
Beginn des Films von Claude Mouriéras ist alles im Lot. Drei Schwestern 
geniessen das Leben: Die älteste kümmert sich um den Haushalt und eine 
Tangoschule; die zweite ist vom wirtschaftlichen Erfolg geprägt und 
wähnt sich unentbehrlich; die dritte lebt als verkanntes Klaviertalent, 
geht allen auf die Nerven und ist dennoch gern gesehen. Das Glück ist 
ungetrübt, bis ihr Vater nach fünfzehn Jahren auftaucht und es zerstört.
 Er kommt als fremder, egoistischer Alter, der kein Zuhause mehr hat, 
sich vor dem Sterben an seine Töchter erinnert und darauf pocht, 
aufgenommen zu werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Tulpenbaum»</strong></p>
<p>Der
 Filmemacher Beat Kuert und die Psychotherapeutin Simone Kriesemer 
zeigen in ihrem Dokumentarfilm über die 92-jährige Henriette Hardmeier, 
wie der Alltag im Alter nicht zwangsläufig in Abhängigkeit und Isolation
 führen muss. Der Film macht Mut, über das eigene Altwerden nachzudenken
 und als «Lebensunternehmerin» anzupacken. Henriette hat fast ihr ganzes
 Leben am gleichen Ort am Zürichsee verlebt. Erst vor Kurzem ist sie ins
 Altersheim gezogen, wo sie jedoch weiter ihren vielseitigen Interessen 
nachgeht und sich für die Gesellschaft zu interessieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Un petit coin de paradis»</strong></p>
<p>Der
 poetische Kinofilm der Westschweizer Dokumentaristin Jacqueline Veuve, 
mit einem Werk von über sechzig Filmen, erzählt vom zweiten Leben in 
einem kleinen Dorf im Wallis, das in den 60er Jahren von seinen 
Bewohnern verlassen wurde und heute als Agrotourismus-Projekt wieder 
auferstehen soll, bei welchem so genannt schwierige Jugendliche aus 
Haiti, Marokko und Sitten zwischen 14 und 16 eine Hauptrolle spielen. 
Bei der Mithilfe beim Wiederaufbau entsteht eine natürliche Gemeinschaft
 von Alten und Jungen im Dorf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Vers le sud»</strong></p>
<p>Anfangs
 der Achtzigerjahre war Haiti ein beliebtes Ferienziel, ein tropisches 
Paradies. Vor allem Touristinnen suchten dort die Gesellschaft junger 
Haitianer, die Charme, Zärtlichkeit und Sex gegen ein paar Dollar 
tauschten. Die Britin Helen und die Amerikanerin Brenda, zwei Frauen 
reiferen Alters, erlebten solches, bis ihr Flirt mit einem Schwarzen zur
 leidenschaftlichen Liebesgeschichte wird und schliesslich tragisch 
endet. Der Film der Französin Laurent Cantet schildert in wertfreier 
Offenheit die Geschichte einer Passion, gemischt aus Intimität, Macht 
und Geld, wie sie von Frauen nur selten gezeigt wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Vitus»</strong></p>
<p>Ein
 Meisterwerk des Schweizers Fredi M. Murer über das intellektuelle und 
musikalische Wunderkind Vitus. Dieses hat es nicht leicht, obwohl seine 
Eltern liebevoll und klug sind. In der Schule langweilt er sich oder 
nervt die andern. Am Klavier sollte er die Gäste beeindrucken, was er 
jedoch verweigert. Die Mutter setzt sich für die Karriere ihres Sohnes 
ein, überspannt jedoch den Bogen. Der Vater ist dagegen von seiner 
eigenen Arbeit absorbiert. So bleibt nur der Grossvater (Bruno Ganz in 
einer Glanzrolle) als Vertrauter von Vitus: als Quelle der Fantasie, der
 Kreativität und eines anderen Lebens.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Whisky»</strong></p>
<p>Der
 60-jährige Jacobo, Besitzer einer heruntergekommenen Fabrik, lebt 
allein. Marta ist seine rechte Hand. Als sich sein Bruder Herman meldet,
 er werde zur Grabsteinsetzung für die Mutter anreisen, gibt Jacobo 
seine Mitarbeiterin Marta als seine Ehefrau aus. Herman, der wegen 
Jacobos jahrelanger Pflege der kranken Mutter ein schlechtes Gewissen 
hat, lädt die beiden zu einem Ausflug ein. Dabei verändern sich ihre 
Beziehungen, ihr innerer Reichtum offenbart sich. Juan Pablo Rebella und
 Pablo Stoll aus Uruguay lieben ihre Figuren, weshalb auch im Film etwas
 davon auf uns überspringt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Wilde Erdbeeren»</strong></p>
<p>Ein
 alter Arzt macht sich auf zur 50-Jahr-Feier seiner Promotion, was zu 
einer Reise in seine Vergangenheit wird. Während eines 
Krankenhausaufenthaltes schrieb Ingmar Bergman 1957 das Drehbuch zu 
diesem Film. Obwohl es zu seinen Frühwerken gehört, gilt es als eines 
seiner besten. Er verwendete hier Sujets und Stilmitteln, die später zu 
seinen Charakteristika wurden. Wie nur selten in der Filmgeschichte 
gelingt es hier dem Meisterregisseur, auf gültige Art die entscheidende 
Frage nach dem Sinn des Lebens und der Liebe zu stellen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Wolke 9»</strong></p>
<p>Inge
 geht auf die 70 zu, aber fühlt sich wie 17. Karl wird bald 80. Sie 
haben sich verliebt, aus Leidenschaft und für Sex. Sie ist aber seit 30 
Jahren mit Werner verheiratet und liebt ihren Mann, denn er war immer 
gut zu ihr. Doch Liebe kann auch tragisch enden. Der Film von Andreas 
Dresen, ein kleines Meisterwerk, trifft ins Herz, stellt ernste Fragen 
zum Alter und hat im Publikum einschlagen. Sich in diesem Alter, wo 
nicht mehr viel Zeit bleibt, mit dieser Situation auseinandersetzen, 
braucht Zeit, kann Kummer machen und Schmerz bereiten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Young@heart»</strong></p>
<p>Eine
 Senioren-Rockband tourt durch Amerika und Europa. Die Alten proben, 
reisen und treten auf. Ihre Songs bringen das Publikum zum Toben und 
ihnen Erfüllung: mit den Melodien, den Rhythmen, aber vor allem in einer
 schönen Gemeinschaft leben zu können. Wie selbstverständlich als Teil 
des Lebens stirbt immer wieder ein Freund oder eine Freundin der Gruppe.
 Dies verleiht ihrem Leben Grösse und tiefe Freude. Der Dokumentarfilm 
von Stephen Walter ermuntert, das Leben bis zum letzten Atemzug mit 
Freude zu geniessen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>«Zimmer 202 – Bichsel in Paris»</strong></p>
<p>Er
 ist wie eine hintersinnige, kluge Verkörperung des Schweizertums, der 
einzige populäre Schweizer Intellektuelle: Peter Bichsel. Aber kennen 
wir ihn auch wirklich, unsern modernen Volksschriftsteller? Der 
Dokumentarfilm «Zimmer 202 – Peter Bichsel in Paris» von Eric Bergkraut 
(Regie), Pio Corradi (Kamera) und Sophie Hunger (Musik) vermittelt auf 
wunderbare, kluge und völlig überraschende Art die nötigen Informationen
 zur Person und einiges mehr: über das Schauen, Hören und Verstehen, 
über Reisen, Politik und Kunst, über die Schule und das Alter.</p>
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>Alter</dc:subject>
    
    <dc:date>2010-10-03T18:30:44Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/alice-schmid-eine-anwaeltin-der-kinder">
    <title>Alice Schmid: Eine Anwältin der Kinder</title>
    <link>http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/alice-schmid-eine-anwaeltin-der-kinder</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[
<div class="field field-type-text field-field-sw-g-teaser">
<div class="field-items">
<div class="field-item odd">
                    Kürzlich startete der Dokumentarfilm «Die Kinder vom
 Napf» von Alice Schmid in die Kinos und begeisterte. Er rundet eine 
zwanzigjährige Arbeit mit Filmen über Kinder ab.</div>
</div>
</div>
<p>Zeitgleich erschien «Dreizehn ist meine Zahl», 
ihr Roman über die Kinder vom Napf. Der Film bildet das heutige Leben 
ab; der Roman handelt in den 50er-Jahren.</p>
<h4 class="heading-norm-orig-h3"><strong>Ein weltweites Engagement</strong></h4>
<p>In
 jedem ihrer Dokumentarfilme beschäftigt sich Alice Schmid vor allem mit
 Kindern in fremden Ländern, leuchtet ihre Schicksale aus, klagt an und 
hilft. Zweimal wurde sie dafür mit dem Menschenrechts-Filmpreis 
ausgezeichnet. Alle Titel sind als DVD erhältlich und eignen sich für 
den Einsatz in Schulen.</p>
<p>«Sag Nein» gilt als Filmklassiker über 
Kindesmissbrauch. «Briefe an Erwachsene» erzählt von Kindern im 
verminten Kambodscha. In «Jeder Tropfen für die Zukunft» begleitet sie 
ein bolivianisches Mädchen auf seinem langen Schulweg. «Soll ich gehen 
oder bleiben» und «Ich habe getötet» behandelt das Leben von 
Kindersoldaten in Liberia und Sierra Leone. «Affären» ist ein Beitrag 
zur Aids-Prävention. «Einmal im Leben ins Kino» zeigt die Kinderarbeit 
in Indien, und das Roadmovie «Ich bin eine Maus» porträtiert ein 
Tibeter- und ein Schweizermädchen.</p>
<h4 class="heading-norm-orig-h3"><strong>Die heile Welt der «Kinder am Napf»</strong></h4>
<p>«Ich wollte immer einen <a href="http://www.seniorweb.ch/type/magazine-story/2011-11-29-die-kinder-vom-napf-einfach-wunderbar"><u>Film</u></a>
 am Napf drehen», meint Alice Schmid, die Produzentin, Regisseurin, 
Kamerafrau und Tonmeisterin. «Der Ort zieht mich magisch an. Ich habe 
dort ein altes Bauernhaus. Doch alleine halte ich es vor lauter Angst in
 der Nacht fast nicht aus. Nach über zwanzig Jahren Dreharbeiten in 
Afrika, Asien und Südamerika habe ich es endlich geschafft, ich kehrte 
an diesen Ort zurück. 365 Tage war ich mit der Kamera unterwegs. Die 
Helden sind die Kinder vom Napf.» Entstanden ist ein kleines, grosses 
Meisterwerk: ein bildgewaltiger Jahreszyklus über das Luzerner 
Hinterland und ein Hymnus auf eine schöne Kindheit.</p>
<p>Mit den 
Kindern stapfen wir frühmorgens durch hohen Schnee in die Dorfschule, 
nachmittags zum Bauernhof, wo jedes Kind sein Ämtli hat. Schon früh 
tritt die jüngste Generation in die Stapfen des Bergbauernberufes. Die 
Geschichte führt uns, durch die Augen der Kinder gesehen, von Hof zu Hof
 in ein isoliertes, aber auch geborgenes Leben.</p>
<p><img src="http://www.seniorweb.ch/files/imagecache/gen-full/media/image/2012/01/schueler_0.jpg" alt="" /></p>
<p><em>365 Tage mit den Kindern</em></p>
<h4 class="heading-norm-orig-h3"><strong>«Dreizehn ist meine Zahl», die Kehrseite der Medaille</strong></h4>
<p>Mit
 ihrem Kinofilm kehrt Alice Schmid zurück ins Epizentrum ihrer ersten, 
unmittelbaren Erfahrungen. Hier spielt auch ihr Debütroman «Dreizehn ist
 meine Zahl», der mit folgenden Sätzen beginnt: «Seit ich zählen kann, 
zähle ich. Das hilft. Dreizehn ist meine Zahl. So oft haut Mutter mich 
auf den Rücken. Wenn ich vor Angst Bisi mache, zähle ich auch. Bis 
dreizehn bleibt es warm, danach wird es kalt zwischen den Beinen. Wenn 
es dunkel ist, pocht es dreizehn Mal an meine Ohren. Das ist der Tod im 
Treppenhaus. Hinter der Holzwand, wo Mutter und Vater schlafen, giert’s.
 Dreizehn Mal. Das ist, wenn Vater von der Nachtschicht kommt.» In solch
 knapper, präziser, andeutungsreicher, kindsgerechter Sprache trifft sie
 die Lebenswelt der Kinder – und uns. Der Text schildert Verborgenes 
einer verschwiegenen, bigotten Welt, das damit öffentlich wird. Hörprobe
 zu finden unter:</p>
<p><img src="http://www.seniorweb.ch/files/imagecache/gen-col/media/image/2012/01/dreizehn-cover.jpg" alt="" /></p>
<p><em>Eine unheile Kinderwelt</em></p>
<p>Alice
 Schmids Début ist klassischer Schweizer Erzählstoff. Archaik zwischen 
Gewalt und Not bestimmen diese helvetische Identität, am Beispiel einer 
Familie am Napf der fünfziger Jahre. Kinder zählen hier weniger als 
Vieh, Gott und die Welt sind böse. Erzählt wird aus der Sicht der 
7-jährigen Lilly, die in der Familie der Sündenbock ist und sexuell 
missbraucht wird.</p>
<h4 class="heading-norm-orig-h3"><strong>Vier Antworten der Autorin auf vier Fragen des Seniorweb</strong></h4>
<p><em>Seniorweb: Wie kamst du auf das Thema «Kinder», und warum hat es dich bis heute nicht losgelassen?</em></p>
<p>Alice
 Schmid: Ich habe das Lehrerseminar in Luzern besucht und abends Kurse 
an der Kunstgewerbeschule. Ich hatte Sehnsucht, kreativ tätig zu werden.
 Unsere Mutter hat schon früh mit uns gemalt und Kasperlefiguren 
gemacht. Da begann vermutlich das Talent, Geschichten zu erzählen. 
Später als Regieassistentin holte man immer mich, um Kinder zu 
inszenieren. Mit dem ersten Film «Sag nein» war ich am 
Kinderfilmfestival Bellinzona eingeladen. Eine Vertreterin von UNICEF 
New York erzählte mir von den Landminen in Afghanistan. Die Russen 
warfen Schmetterlinge aus Helikoptern. Zu Tausenden fielen sie über die 
Dörfer. Die Kinder schnappten mit den Händen danach und verloren ihre 
Finger. Das war der Beginn meiner jahrelangen Arbeit als Filmemacherin 
zu Kinderthemen.</p>
<p><em>SW: Warum hast du zwanzig Jahre in der Welt 
draussen Kinder gefilmt und bist erst jetzt mit dem Kinofilm und dem 
Roman in deine Heimat zurückgekehrt?</em></p>
<p>AS: Es war immer mein 
Wunsch einen Film zu machen, wo ich meine Wurzeln habe. In der 
Napfgemeinde Romoos erlebte ich, wie eine ideale Kindheit aussieht. Was 
ich mir vielen Kindern auf der Welt wünsche. Geld für den Film Die 
Kinder vom Napf habe ich nie gefunden. In der Schweiz hat der Kinderfilm
 einen schwierigen Stand. In Deutschland gibt es seit Jahren 
Kinderfilmkinos, Kinderfilmmagazine, &nbsp;Kinderfilmfestivals. Im Jahr 2009 
habe ich mir gesagt. Jetzt mache ich diesen Film am Napf. Ohne 
Fördergelder habe ich begonnen. Kaufte mir eine Kamera, liess mir eine 
Tonstange konstruieren. Die band ich mir an den Rücken. Und los ging’s. 
Ich habe alles selber gemacht. Nach den ersten Testaufnahmen, war das 
Schweizer Fernsehen so begeistert, dass sie mir eine Koproduktion 
anboten. Jetzt wusste ich, die Kosten für den Filmschnitt sind gedeckt.</p>
<p><em>SW: Wie entstand der Film «Die Kinder vom Napf»?</em></p>
<p>AS:
 Ich habe während 365 Tagen, bei jedem Wetter, die Kinder gefilmt. Am 
Morgen im Unterricht und nachmittags zuhause, wo sie ihre Ämtchen haben.
 Schon früh treten die Kinder in Berggemeinden in die Stapfen des 
Bauernberufes. Sie lernen Verantwortung für Tiere, Umwelt und auch ihre 
jüngeren Geschwister übernehmen. Ich habe 400 Stunden Material gedreht. 
Der Film wurde 90 Minuten lang. Inzwischen ist der Film ein 
Riesenerfolg. schon fast 40'000 Zuschauer. An der Berlinale gibt es seit
 35 Jahren eine Sektion für Kinderfilme. Da ist der Film im Wettbewerb 
und sogar als Eröffnungsfilm.</p>
<p><em>SW: Wie entwickelte sich die Geschichte des Buches?</em></p>
<p>AS:
 Das Buch hat nichts mit dem Film zu tun. Ich habe den Roman am Napf 
angesiedelt, weil diese Landschaft voller Klüfte und Abgründe in den 
Chrächen ist. Das ist ideal für einen Roman. Es geht auf und ab, ins 
Licht und in den Schatten. Die Geschichte von Lilly ist universell. Es 
könnte auf der ganzen Welt passieren. Während all meiner Jahre als 
Filmemacherin auf der Welt erzählten mir die Kinder ihre Geschichte. Sie
 sind der Grundstoff von «Dreizehn ist meine Zahl». Ein paar Episoden 
sind autobiografisch. So zum Beispiel die Handorgel von Lilly. Auch ich 
spielte schon mit neun Jahren leidenschaftlich Handorgel. Das hat sich 
bis heute gehalten.</p>
<h4 class="heading-norm-orig-h3"><strong>Nachbemerkungen</strong></h4>
<p>Die
 frühen Dokumentarfilme über Kinder sind alle als DVD erhältlich. «Die 
Kinder vom Napf» läuft gegenwärtig in den Kinos und kommt erst später 
als DVD heraus. Soeben wurde er von der Berlinale eingeladen, wo er als 
Eröffnungsfilm gezeigt wird. Auskünfte: <a href="http://www.xenixfilm.ch/" target="_blank">www.xenixfilm.ch</a>.
 Das Buch «Dreizehn ist meine Zahl» ist bei Nagel &amp; Kimche 
erschienen und hat dafür 2010 den Hauptpreis der Zentralschweizer 
Literaturförderung und 2011 eine Anerkennung der Literaturkommission der
 Stadt Zürich erhalten.</p>
]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2012-01-26T21:16:30Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/alternativen-zum-homo-faber">
    <title>Alternativen zum Homo faber 1</title>
    <link>http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/alternativen-zum-homo-faber</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[
<p>1976 schrieb Erich Fromm in «Haben oder
Sein»: «Was bin ich, wenn ich bin, was ich habe, und dann verliere, was ich
habe?» Bereits 1936 schuf Charles Chaplin in «Modern Times» für den «Homo
faber», den Macher-Menschen, die künstlerische Form. Ein Denker und ein
Künstler zeigen auf, dass es nach der Zeit der beruflichen Arbeit Alternativen braucht.
Nachfolgend werden drei beschrieben und Filme dazu vorgestellt.</p>
<h3>Der politische Mensch
als eine erste Alternative</h3>
<p>Wer
sich ein Leben lang für andere Menschen und das Gemeinwohl eingesetzt hat,
verliert dieses Engagement auch nicht nach der Pensionierung. Ihm bleibt diese
Aufgabe als Auf-Gabe. Einiges kann sich zwar ändern. In der neuen
Unabhängigkeit wird der alte «Homo
politicus» oft sogar radikaler als der junge. Anteilnehmen an Schicksalen
anderer, die benachteiligt, krank, behindert oder arm sind, macht Sinn, weil es
wahres Sein nur im Mit-Sein gibt (Thomas von Aquin). Dieses Mit-Sein gibt jenen
Würde, die erhalten, und jenen Wert, die geben.</p>
<h3>… veranschaulicht am
Film «Egoiste»</h3>
<p>Weniger
die filmische Form als vielmehr die Persönlichkeit von Lotti Latrous macht den Schweizer
Dokumentarfilm von Stephan Anspichler sehenswert. In einigen starken Bildern
und zahlreichen eindrücklichen Zitaten vorgestellt, beeindruckt die ehrliche,
engagierte, nach Wahrheit suchende, gelegentlich zweifelnde Frau.</p>
<p>Einerseits
hat sie ihr Leben und ihre Träume gelebt als «Egoistin», wie sie sich selbst nennt,
anderseits quält sie, dass sie dafür ihre Familie verlassen hat. Latrous, die
2006 zur «Schweizerin des Jahres» gekürt wurde, in diesem Porträt näher kennen zu
lernen, kann zu eigenem Tun ermuntern.</p>
<p>Zu
ähnlichen Auseinandersetzungen lädt der Film «Auf der andern Seite» von Fatih Akin,
Deutschland/Türkei, ein.</p>
<h3>Der lachende Mensch
als eine andere Lebensform</h3>
<p>Lust,
Freude und Lachen zeichnen die Kindheit aus. Doch schon vor dem Berufsleben ist
es die Schule, welche dies alles oft zerstört. Glücklich darf sich nennen, wer
diese Eigenschaften ein Leben lang bewahrt hat und noch und im Alter davon zehrt.
Wir kennen Menschen, in deren Leben Lust, Freude und Lachen die Mitte bilden:
Geschichtenerzähler, Unterhalter, Witzbolde, Clowns, Sonderlinge, Freaks, Charmeure,
Aussenseiter, Spinner. Der «Homo
delectans» freut sich am eigenen Leben und erfreut andere damit. Solchen
Menschen gibt auch im Alter diese Rolle einen besonderen Halt. Weil sie
Kostbares geben, erhalten sie auch Kostbares zurück: Bestätigung, Dank und
Selbstwert.</p>
<h3>… illustriert am Film «The Band's Visit»</h3>
<p>Eine
ägyptische Polizeikapelle wurde zur Einweihung eines arabischen Kulturzentrums
nach Israel eingeladen, aus unerfindlichen Gründen am Flughafen jedoch nicht abgeholt.
So machten sie sich selber auf den Weg und landeten in einem verschlafenen
israelischen Nest am Rande der Würste. Eine verlorene Band in einem verlorenen Land.
Der letzte Bus ist abgefahren, nur dank der beherzten Barbesitzerin finden sie
Unterschlupf.</p>
<p>Die
einfache Geschichte des israelischen Regisseurs Eran Kolirin wird zu einem kleinen
Meisterwerk des Humors, der Komik, der Poesie, obwohl dieses von Einsamkeit und
dem Versuch, sie zu durchbrechen, handelt. Wie die wunderbare Form den Reiz des
Films ausmacht, so ist es auch im Leben, wenn ein alter Mensch aus seinem Leben,
seiner Welt erzählt.</p>
<p>Ähnliche
Themen sprechen Filme wie «Madrigal» von Fernando Pérez, Kuba, und «Les Méduses» von Etgar Keret und Shira Geffen,
Frankreich/Israel, an.</p>
<h3>Der religiöse Mensch als
eine weitere Alternative</h3>
<p>Vergessen
werden in der heutigen Konsumgesellschaft sehr oft die Dimensionen des Religiösen,
«Religio» verstanden als Bindung an etwas «darüber», vernachlässigt oft auch das
Spirituelle als Weg dorthin. Taufe, Hochzeit oder Beerdigung mutieren in der auf
das Materielle ausgerichteten Gesellschaft zur Dekoration. Alte fühlen und denken
meist anders als die Jungen. Ein «Homo
religiosus» behauptet sich oft bewundernswert gut, wenn er von der
Arbeit und schliesslich vom Leben Abschied zu nehmen hat.</p>
<h3>… aufgezeigt am Film «Cassandra's Dream»</h3>
<p>Ian
und Terry leben als Teil der Working-Class Londons von der Hand in den Mund, im
Notfall unterstützt vom reichen Onkel in Amerika. Nach einer Zeit des Glücks verlieren
sie jedoch alles Geld, weshalb sie jenen um Hilfe angehen. Doch der ist nur dazu
bereit, wenn sie für ihn den Zeugen eines Prozesses aus dem Weg schaffen.</p>
<p>Der 73-jährige Woody Allen erinnert mit diesem Film an
Romane wie «Schuld und Sühne». Auch ihn interessiert vor allem, was im Innern
abläuft, wenn Menschen sich entscheiden müssen zwischen Gut und Schlecht. «Was,
wenn es einen Gott gibt?», fragt einer der Brüder vor dem Mord, und von da weg
ringen und kämpfen sie mit dem Gewissen und verzweifeln schliesslich. Ein Mord
ist einfacher auszuführen, als nachher damit zu leben: ein Thema, das meist ausgeklammert,
verdrängt, vergessen wird im Welt beherrschenden Streben nach Geld.</p>
<p>Ähnliche
Menschenbilder stellen Filme wie «Evening» von Lajos Koltai,
USA, und «4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage» von Cristian Mungiu, Rumänien, zur
Diskussion.</p>
]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2010-03-23T12:25:49Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/alternativen-zum-homo-faber1">
    <title>Alternativen zum Homo faber 2</title>
    <link>http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/alternativen-zum-homo-faber1</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[
<p>In
seinem «Homo faber» leuchtete Max Frisch die Situation des reinen Macher-Menschen
auf eindrückliche Weise aus. Der Techniker Walter Faber ist unfähig zum Leben als
Partner von Hanna &nbsp;und Vater von Sabeths.
Niemals erreicht er mit den Techniken der Naturwissenschaften ein wirkliches
Mitmensch-Sein, erst ein Schicksalsschlag bringt ihn auf den Weg dazu. Diese
Lebensform bedarf also der Korrektur, verlangt nach Alternativen, auch im
Alter.</p>
<h3>Der spielende Mensch – im Film «Kirschblüten» – als
Alternative</h3>
<p>Der
«Homo ludens» (der Spielende) des
Philosophen Johan Huizinga war vor Jahrzehnten ein Bestseller, ist jedoch auch
heute noch bedenkenswert. «Im Spiel haben wir es mit einer für jedermann ohne
weiteres erkennbaren, unbedingt primären Lebenskategorie zu tun, mit einer
Ganzheit», so meint er. Zu postulieren wäre danach, gerade im Blick auf die
Zeit nach der Pensionierung, ein Lebensentwurf als spielender Mensch. Dieser
wird weniger abstürzen, wenn die Erwerbsarbeit wegfällt, weil er auf einem andern
Grund gründet, von einem andern Wert Selbstwert erhält.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/kirschblueten.jpg/image_preview" alt="kirschblueten.jpg" /></p>
<p>Im
Film «Kirschblüten» von Doris Dörrie, einem subtilen und emotionalen «Memento
mori», weiss allein die alternde Trudi, dass ihr Mann Rudi todkrank ist. Sie entschliesst
sich für ein letztes gemeinsames Unternehmen. Miteinander fahren sie an die
Ostsee. Doch dort stirbt sie, nicht er, ganz unerwartet. Das wirft ihn aus der
Bahn, er weiss nicht, wie es weitergehen soll. Als er zudem erfährt, dass Trudi
aus Liebe zu ihm ihr Leben geopfert hat und ihre Träume nicht leben konnte,
sieht er sie mit neuen Augen. Doch jetzt ist nichts mehr zu ändern, es sei denn,
er versuche, ihren Traum zu leben. So macht er sich nach Japan auf und versucht
Schritt um Schritt der fremden Welt des japanischen Butoh, eines klassischen Tanzes,
den sie liebte, zu nähern und erlebt so eine geisterhafte Verbindung mit der Verstorbenen.
Mit Hilfe einer jungen Tänzerin beginnt er in Trudis Kleidern – und
schliesslich in einer andern Realität mit ihr – Butoh zu tanzen. Er wird empfindsam
dem Leben gegenüber, übernimmt spielend eine neue Rolle, kann, «wie die
Kirschblüten, noch einmal aufblühen in all dem, was er ist» (Dörrie). Gemäss
einem Kerngedanken des Zen-Buddhismus, «die Dinge zu sehen, wie sie wirklich
sind, und jedem Ding, jedem Menschen die Gelegenheit zu geben, sich zu zeigen.»
Der Film zeigt uns poetisch stimmig ein Paar, das erst im Tode wirklich zu einander
findet.</p>
<h3>Der Lebemensch – wie im Film «The Bucket List»</h3>
<p>Verständlicherweise bedeutet Sparen für viele der älteren Generation noch heute
viel, sehr viel, vielleicht zu viel. Sie hat in der Kriegs- und Nachkriegszeit gelernt,
zu verzichten, sich zu bescheiden. Doch heute geht es in unsern Breitengraden den
meisten recht gut, weshalb auch ältere Menschen versuchen dürften, ihr Leben zu
geniessen, sich etwas zu gönnen, wobei nicht Geld und Besitz, sondern eher eine
Haltung des Verweilens, Gebrauchens, Geniessens und Verschenkens gemeint ist.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/bucketlist.jpg/image_preview" alt="bucketlist.jpg" />&nbsp;</p>
<p>Der
Zufall will es – im amerikanischen Film «The Bucket List» von Rob Reiner –, dass
der Milliardär Edward Cole und der Mechaniker Carter Chambers das Krankenzimmer
teilen. Obwohl die beiden in verschiedenen Welten leben, entdecken sie nach und
nach Gemeinsamkeiten und werden Verwandte angesichts ihres Schicksals, nach dem
beide nur noch kurze Zeit zu leben haben. Carter wurde seinerzeit von seinem
Philosophieprofessor aufgefordert, eine «Löffel-Liste» zu erstellen, eine Liste
mit den Dingen, die man im Leben noch tun will, bevor man den «Löffel» weglegt.
Gemeinsam beschliessen sie deshalb, so lange ihnen noch Zeit bleibt, das Versäumte
nachzuholen. Sie brechen zu einer skurrilen, abenteuerlichen Reise auf und werden
Freunde, ignorieren die Einwände und Ratschläge ihrer Ärzte und haken ihre
Liste ab. Auch wenn die Unternehmungen der beiden etwas sehr amerikanisch anmuten,
treffen sie doch im Kern den allgemein menschlichen Lebenshunger, das «Carpe
diem» (Pflücke den Tag) der Römer, was auch heute noch Gültigkeit hat.</p>
<h3>Sich einmischen
– wie «Max Frisch, Citoyen»</h3>
<p>Max
Frisch, der letzte grosse Intellektuelle, der über die Schweiz hinaus
wahrgenommen wurde, ist eine Figur, wie es sie heute nicht mehr gibt. Weshalb der
Schweizer Filmemacher Matthias von Gunten vor dem Hintergrund des 20. Jahrhunderts
dieser Persönlichkeit nachspürt und ihre Bedeutung offen legt. In einer Zeit,
in der Politiker sich gelegentlich wie Schmierenkomödianten benehmen,
Wirtschaftskapitäne wie Piraten Geld abzocken und Wissenschaftler zu
Fachidioten mutieren, braucht es Menschen wie Frisch. Da er heute nicht mehr unter
den Lebenden weilt, haben wir uns mit einem Dokumentarfilm zu begnügen, um ihm zu
begegnen: einem Mann, der spricht und sich einmischt, wo andere schweigen, einem
echten Bürger, einem Citoyen. Im Film kommen neben ihm Henry Kissinger, Christa
Wolf, Günter Grass und ausführlich Peter Bichsel und Helmut Schmidt zu Wort.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/frisch.jpg/image_preview" alt="frisch.jpg" /></p>
<p>«Wir wollen die Schweiz nicht als Museum,
als europäischer Kurort, als Altersasyl, als Passbehörde, als Tresor, als
Treffpunkt der Krämer und Spitzel, als Idylle; sondern wir wollen eine Schweiz,
die sich selber ins Gesicht zu schauen wagt», heisst eine seiner vielen Denkanstösse,
«Wir haben Arbeitskräfte gerufen, und es kamen Menschen», ein zweiter, heute
wie damals brandaktueller Satz. Wenn wir auch nicht das Format von Max Frisch haben,
können wir es dennoch wagen, uns einzumischen; denn es gibt noch viel zu tun…
Und wir Alten sind, wegen unserer Lebenserfahrung und unserer Unabhängigkeit, dazu
am ehesten privilegiert.</p>
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    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>Alter</dc:subject>
    
    <dc:date>2010-03-23T12:26:40Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/anders-wahrnehmen-denken-und-handeln">
    <title>Anders wahrnehmen, denken und handeln</title>
    <link>http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/anders-wahrnehmen-denken-und-handeln</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[
<p>Wenn wir das bekannte
Paradigma «Wissenschaft schafft
Wissen» durch das weniger bekannte «Kunst schafft
können» ergänzen, bietet sich Gelegenheit zu neuen
Entdeckungen und Erfahrungen, Erkenntnissen und Einsichten. Solche
versuchen wir hier mit einem Film, der jetzt im Kino läuft, und
einer Ausstellung, die gegenwärtig zu sehen ist, zu erreichen.</p>
<h3>
«Le grand voyage» – Sich auf den Weg machen</h3>
<p>
Eine Reise unternehmen bedeutet, einen Ort verlassen, um einen andern
zu erreichen; Lernen bedeutet, ein Wissen oder Können, eine
Meinung oder ein Bewusstsein aufzugeben, um Neues zu erleben, zu
erfahren, zu entdecken und zu erkennen. Der Marokkanische Filmemacher
Ismaël Ferroukhi erzählt in «Le grand voyage» von
einem Vater, der mit seinem Sohn nach Mekka fährt. Das stille,
verinnerlichte Roadmovie zeigt beispielhaft, dass Reisen Lernen, Leben
Lernen bedeutet.</p>
<h3>
Begegnungen suchen…<br /></h3>
<p>
Zwei extrem verschiedene Personen schickt der Autor in seinem ersten
Spielfilm auf die Reise. Einen alten Vater, der in Marokko aufgewachsen
und vom islamischen Glauben geprägt ist. Ihn beseelt der Wunsch,
einmal im Leben nach Mekka zu kommen. Am liebsten ginge er zu Fuss,
doch dazu ist er nicht mehr fähig, wählt deshalb die
Autofahrt und hat seinen Sohn zum Fahrer. Der Junge gehorcht, obwohl er
weder Zeit noch Lust und für Religion nichts übrig hat. Alles
andere als verheissungsvoll scheint die Situation, lässt die
beiden jedoch in Red und Gegenrede Schritt um Schritt sich nähern,
das Eigene im Andern entdecken.</p>
<p>Traumhafte Landschaften
und Städte durchreisen sie in Italien,
Slowenien, Kroation, Serbien, Bulgarien, der Türkei, in Syrien,
Jordanien und Saudi-Arabien, während sie sich hitzige Wortgefechte
liefern oder viel sagend ausschweigen, am eindrücklichsten, wenn
sie nur mit Blicken und Gesten kommunizieren. Auf der Reise lernen sie
nicht nur den andern, sondern auch sich selbst besser zu verstehen.
Denn nichts regt so intensiv an, über die eigene Person
nachzudenken wie das Studium einer andern. Zur zwischenmenschlichen
Begegnung kommen hier jene mit fremden Welten.</p>
<h2>
… und Erfahrungen machen<br /></h2>
<p>
Die eine wie die andere Begegnung – jene von Mensch zu Mensch und
jene von Mensch zum Ding – bedingen intensive Arbeit.
Veränderungen sind zu beobachten: von mürrischen Reaktionen
am Anfang bis zum verstehenden Lächeln gegen Schluss. Im Verlauf
der Reise kommt es auch für uns zu zwei besonderen Erlebnissen.
Das erste bei der Ankunft in Mekka in den beeindruckenden Bildern des
(erstmals in einem Spielfilm gezeigten) Einzugs der zwei Millionen
Pilger in die heilige Stadt. Das zweite beim unerwarteten Tod des
Vaters am Ziel seiner Reise und Träume. «Alles Leben ist
Begegnung», meint Buber: Begegnung von Ich, Du und Es.</p>
<h3>
René Magritte – Anders herum denken<br /></h3>
<p>
«Die berühmte Pfeife. Man hat sie mir zur Genüge
vorgehalten. Und trotzdem können Sie sie stopfen, meine Pfeife?
Nein, nicht wahr, sie ist nur eine Darstellung. Hätte ich also
unter mein Bild ‚Dies ist eine Pfeife’ geschrieben, so
hätte ich gelogen», meint Magritte kurz vor seinem Tod
über eines seiner berühmtesten Bilder, das neben neunzig
andern in der Gesamtschau mit dem Titel «Der Schlüssel der
Träume» in der Fondation Beyeler in Riehen bis Ende November
ausgestellt ist.</p>
<p>
Der Widerspruch zwischen dem Bild mit der Pfeife und dem Titel
«Der Verrat der Bilder» ist typisch. Jedes Werk hat einen
Titel, der nicht beschreibt, sondern uns provoziert zu einem
«andern» Sehen, Denken und Handeln. Ein Gipskopf im Bild,
«Das Genie» als Titel; eine aufgeschichtete Häuser im
Bild, «Die Brüste» als Titel; ein Mann, der eine Frau
vergewaltigt, im Bild, «Die gigantischen Tage» als Titel
usw., usf. Man könnte meinen, die Bilder seien falsch beschriftet.
Doch gerade dieses Falsche, Andere, Unkonventionelle ist wohl eine
Botschaft seines Oeuvres.</p>
<h3>
Ver-rückt, nicht bloss Anti<br /></h3>
<p>
Im Alltag unserer sozialpädagogischen Arbeit stossen wir immer
wieder an Grenzen, wo es nicht weiter geht, wo weder Logik noch
Psycho-Logik helfen. Antipsychiater wie Laing und Cooper haben dies in
den Achtziger-Jahren thematisiert. Magritte bereits fünfzig Jahre
früher! Und Peter Bichsel spielt dies poetisch mit den Mitteln der
Sprache in der Geschichte «Ein Tisch ist ein Tisch» durch.
Wie üblich war die Kunst früher als die Wissenschaft! Sie
wurde nur nicht ernst genommen. Inverses Brainstorming, laterales
Denken und ähnlich heisst solches heute in der
Kreativitätsforschung.</p>
<h3>
Für uns: hier, heute und morgen<br /></h3>
<p>Wenn es stimmt, was das
französische Sprichwort sagt, «Mal
vue, mal dit», und ich ergänze mit «mal fait»,
dann ist es wichtig, dass wir uns in diesem anderen Sehen, Sprechen und
Handeln üben, dass wir zweifeln am Selbstverständlichen, am
gesunden Menschenverstand, der oft alles andere als gesund ist,
einmal über Bord zu werfen. Vielleicht lernen wir so, die Probleme
dieser Welt, am Beispiel unserer sozialpädagogischen Arbeit, neu
zu lösen, einer Welt – und das macht uns René
Magritte eindrücklich bewusst –, die alles andere als
logisch, vernünftig und sinnvoll ist.</p>
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    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2008-06-08T20:17:08Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/angst-gluck-und-lebenslust">
    <title>Angst, Glück und Lebenslust</title>
    <link>http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/angst-gluck-und-lebenslust</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[
<p>Im Film
«About Schmidt» erzählt der Amerikaner Alexander Payne
von einem Mann, der pensioniert wird, in ein seelisches Loch fällt
und von Angst überfallen wird. «Der Tulpenbaum» der
Schweizer Beat Kuert und Simone Kriesemer lässt eine alte Frau ihr
Leben, das ihr rundum geglückt ist, erzählen. «Moro no
Brasil», der Dokumentarfilm des Finnen Mika Kaurismäki,
zeigt am Beispiel der vielfältigen Spielarten brasilianischer
Musik eine ungezähmte, ansteckende Lebenslust junger und alter
Menschen.</p>
<h3>«About Schmidt»</h3>
<p>Traurig
vor sich hin stierend wartet Warren Schmidt, bis der Zeiger der
Bürouhr auf Fünf springt. Dann steht er zum letzten Mal auf
und verlässt den leeren Raum: hinter sich die Arbeit, die ihm Halt
geboten, die Aufgaben, die ihn gefordert, Kollegen, die mit ihm
diskutierten. Jetzt ist er allein, steht vor etwas Unbekanntem, dem
Nichts. Angst überfällt ihn, eine umfassende Lebensangst, die
ihn einengt, verstummen lässt, depressiv macht. Als auch noch
seine Frau Ellen nach 42 Jahren Ehe stirbt, verliert er seinen letzten
Halt.</p>
<p>Erst nach
einer geraumen Zeit des Trauerns entscheidet er sich für eine Tour
mit seinem Wohnmobil. Das Ziel ist Denver, wo er sich mit seiner
Tochter Jeannie, die gegen seinen Willen heiratet, aussöhnen
möchte, was ihm jedoch misslingt.</p>
<h3>Auf dem Weg</h3>
<p>Auf der
Fahrt durch das weite Land, bei der er neue Erfahrungen macht, beginnt
Warren langsam, auch sein Leben neu zu ordnen. Er zieht traurige und
komische Bilanzen. Eine brillante Charakterstudie eines einfachen
Mannes, der durch den Pensionierungsschock aus der Alltagsbahn geworfen
wurde, ist Payne mit diesem Film gelungen. Warren ist darin ein
Anti-Held, grossartig dargestellt vom alternden Jack Nicholson.</p>
<p>Dieser
machte vor dreissig Jahren schon einmal einen berühmten Trip: im
Film «Easy Rider» fuhr er auf einem Motorrad, als
Verkörperung der 68-er-Generation, durch den Westen. Damals war es
der Aufbruch in ein neues Leben, heute eine Rückkehr, ohne
Zukunft, ohne Ziel. Lediglich die versteckten Tränen am Schluss
lassen eine leise Hoffnung wach werden, dass es auch für ihn
wieder einmal besser werden kann.</p>
<h3>«Tulpenbaum»</h3>
<h3></h3>
<p>Der
Filmemacher Beat Kuert und die Psychotherapeutin Simone Kriesemer haben
einen Dokumentarfilm über die 92-jährige Henriette Hardmeier
gedreht, der als Kontrapunkt zum ersten Film verstanden werden kann. Er
zeigt, wie der Alltag eines alten Menschen nicht zwangsläufig in
Abhängigkeit und Isolation führen muss. Er macht Mut und regt
an, über das eigene Altwerden nachzudenken und dies im Sinne einer
Lebensunternehmerin anzupacken.</p>
<p>Henriette
hat fast ihr ganzes Leben im gleichen Ort am Zürichsee verlebt.
Erst vor kurzem ist sie ins Altersheim umgezogen, wo sie jedoch nichts
daran zu hindern scheint, weiter ihren vielseitigen Interessen
nachzugehen und sich für die Gesellschaft zu interessieren. Aus
ihren Statements erfahren wir einiges über das vergangene
Jahrhundert, die Jahre des Krieges, des Aufbaus, aber auch ihre
persönlichen Sorgen und Nöte von damals. Je länger wir
hinschauen und hinhören, desto deutlicher merken wir, dass der
Film nicht nur von Henriette erzählt, sondern gleichzeitig von
uns, die wir ebenfalls täglich älter werden.</p>
<h3>In sich ruhend</h3>
<p>Dem Film
gelingt es, die Worte, die Glück ausstrahlen, zu begleiten und zu
vertiefen durch eine wiederkehrende Musik, eine kluge Montage und
wunderbare Seelen-Landschaften. Die rhythmischen Wiederholungen wirken
wie Jahrringe eines Baumes, die in Kreisen um den Mittelpunkt wachsen.
Vergleicht man «Tulpenbaum» mit «About
Schmidt», so erleben wir, wie nah Angst und Freude beisammen sein
können.</p>
<h3>«Moro no Brasil»</h3>
<p>Der
Dokumentafilm «Moro no Basil» von Mika Maurismäki, dem Bruder des
bekannten Aki Kaurismäki, ist eine abenteuerliche, mitreissende,
leidenschaftliche Dokumentation über die vielfältigen
Spielarten brasilianischer Musik. Während dieser filmischen Reise
begegnen wir Musikern, Sängern und Tänzern der
unterschiedlichsten Stilrichtungen. Indianische und afrikanische
Töne finden sich neben europäischen und arabischen Rhythmen.
Für diese Menschen ist Singen, Spielen und Tanzen nicht bloss
Ausdruck momentaner Stimmungen, sondern Fundament ihres Lebens.</p>
<h3>Sein, nicht Haben</h3>
<p>Für
uns werden diese Lust versprühenden Bilder und Töne, trotz
des materiellen Elends, in dem sie entstanden, Sinnbildern einer tief
empfundenen Lebensbejahung und Lebenslust. Sie lassen erahnen, dass
Glück weniger das Ergebnis eines Besitzes, der Daseinsweise des
«Habens», als vielmehr des «Seins», der
Daseinsform des Tuns, ist. Eines Lebens auf ein Du oder ein Es hin, die
Menschen oder die Welt, gegründet auf Vertrauen,
Spontaneität, Zärtlichkeit, Liebe.</p>
<p>Der Film
zeigt, wie die Kinder in Brasilien mit Musik aufwachsen. Und wenn der
70-jährige Komponist Walter Alfaiate seine Samba
«A.M.O.R.» singt, bekommt man Lust, mit dem fröhlichen
Alten zu sprechen und in eines seiner Konzerte zu gehen. Lust, etwas
«Trance-Artiges», wie der Regisseur meint, wird mit
«Moro no Brasil» zum Gegenteil von Angst, die einengt,
verschliesst und schliesslich tötet; Lust, die ausweitet,
öffnet auf andere Menschen und fremde Welten hin.</p>

]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2008-11-05T00:01:28Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/bilder-des-alterns-die-fragen-und-antworten">
    <title>Bilder des Alterns, die fragen und antworten</title>
    <link>http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/bilder-des-alterns-die-fragen-und-antworten</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[
<h3>«Que Sera?» stellt Fragen</h3>
<p>Auf den
ersten Blick scheint alles ideal: eine Kindertagesstätte und ein
Altersheim unter einem Dach – in der «Schönegg»
in Bern. Eine Utopie ist Wirklichkeit. Alte und junge Menschen treffen
sich und sprechen und tun etwas miteinander. Es kommt zu Begegnungen.
Das Modell gibt, wenn es weiter gedacht und entwickelt wird, wertvolle
Antworten. Doch daneben geht es um mehr, um Fragen ohne Antwort.</p>
<h3>Verbessern, was möglich, akzeptieren, was Schicksal</h3>
<p>Auf den
zweiten Blick – und der Film «Que Sera?» besteht fast
ausschliesslich aus zweiten Blicken – spürt man die
Anstrengung um Qualität, das Bemühen um Würde den Alten,
aber auch den Kindern gegenüber. Liebenswürdigkeit,
Zärtlichkeit, Menschenfreundlichkeit ist zu spüren. Wo dies
nicht möglich ist, kann die Diskussion einsetzen. Doch über
diese Antworten hinaus bleiben die absoluten Frage nach dem Sinn des
Alters, des Lebens. Nicht nach der «Sinnlosigkeit des
Alters», wie eine renommierte Zeitung schreibt; Absurdität
und Sinnlosigkeit erlebe ich im täglich approbierten und
zelebrierten Irrsinn des Business, der Politik, der Ökologie. Der
Dokumentarfilm von Schweizers Dieter Fahrer hält dem
alltäglichen Irrsinn in den schönsten Momenten poetische
Metaphern für Tod und Geburt entgegen.</p>
<p>Der Film
beschönigt die aktuelle Situation der Altersheime nicht. Niemand
kann diesen alten Menschen ihre Jugend zurückgeben. Doch er kommt
– wie auch das Pflegepersonal – ihnen mit grosser Empathie
nahe und begegnet ihnen mit menschlicher Wärme, mit Würde.
Der Respekt vor den alten Menschen, aber auch den Kindern, führt
uns selbst zum Respekt vor dem Alter und der Jugend, zum Bewusstsein
aber auch, was auf alle von uns zukommt, woher wir alle kommen.</p>
<h3>Hans Saner hilft, besser zu sehen</h3>
<p>«Auffällig
ist, wie negativ die Kindheit und das Alter (in
Hochleistungs-Gesellschaften) gekennzeichnet sind. Das Kind ist das
Noch-nicht, und die Alten sind die Nicht-mehr. Kinder und Greise sind
Mängel-Menschen und ihnen fehlt keineswegs etwas Beiläufiges,
sondern das zentral Menschliche: Sie können noch nicht oder nicht
mehr richtig regen; sie sind noch nicht oder nicht mehr
vernünftig, noch nicht oder nicht mehr zurechnungsfähig, noch
nicht oder nicht mehr reinlich, noch nicht oder nicht mehr produktions-
und genussfähig, noch nicht oder nicht mehr
freiheitsfähig.»</p>
<p>Basler
Philosoph Saner setzt (in: Macht und Ohnmacht der Symbole) das, was wir
im Film sehen, in einen klärenden Zusammenhang. Es geht
vordergründig um ein innovatives Modell für Alt und Jung,
doch tiefer macht der Filmemacher das Werden und Vergehen, das
«Leben zum Tode» und das «Sterben als Leben»
sichtbar und erlebbar. Es werden Existenziale angetönt, die den
Einsatz der Sozialen Arbeit – die wichtig ist, von allen
Beteiligten meist vorbildlich geleistet und vom Film einfühlsam
gezeigt wird – bei weitem übersteigen.</p>
<h3>«Damen und Herren ab 65» gibt Antworten</h3>
<p>Der
Dokumentarfilm «Damen und Herren ab 65» von Lilo
Mangelsdorff wurde 2003 von der Deutschen Filmkritik als bester
Dokumentarfilm ausgezeichnet. Er ist die filmische Neuauflage des
fünfundzwanzig Jahre alten Klassikers des modernen Tanztheaters
«Kontakthof» von Pina Bausch und ihrem Wuppertaler
Ensemble. Er handelt von dreizehn Männern und zwölf Frauen,
die das Stück einübten und aufführten.</p>
<h3>Vom Sinn des Spielens</h3>
<p>Niemand
der fünfundzwanzig von 150 ausgewählten Personen konnte sich
genau vorstellen, was auf sie zukam. Und dennoch hatten sie sich
für das Experiment entschieden und sich ins Neuland vorgewagt. Sie
erlebten dabei Erfolge, aber auch Misserfolge und kamen gelegentlich an
ihre Grenzen. Doch angefeuert durch die Leiterin, aufgehoben in der
Gruppe und bestätigt durch die allmählich sich einstellenden
Teilerfolge, erlebten sie immer neue Selbstbestätigung.</p>
<p>Der Film
macht erlebbar, was im Alltag geschlummert hat und gibt ihm Gestalt.
Die Spielenden erfahren sich während der Arbeit als geistig
beweglicher als zuvor, weil sie sich körperlich bewegen. Die
Körpersprache, «die Gebärdensprache ist die eigentliche
Muttersprache der Menschheit», schreibt der ungarische
Filmtheoretiker Béla Balász. In diesem Dokumentarfilm
wird im Spiel thematisiert, was der Politik meist schwer fällt: im
Gespräch seine Meinung zu ändern, die andern wirklich
wahrzunehmen, allmählich aus dem Ich und dem Du ein Wir entstehen
zu lassen. Der Choreografin und dem Filmteam gelingt es auf wunderbare
Weise, die Idee des «homo ludens», des «spielenden
Menschen», den Johan Huizinga eine Definition des Mensch-Seins
vorgeschlagen hat, auf eine zeitgemässe und älteren Menschen
angepasste Weise Kunst werden zu lassen.</p>
<h3>Die Politik der Körper und der Gruppe</h3>
<p>Pina
Bausch gelingt hier eine überzeugende Ritualisierung der
Alltagsbewegungen. Sie transformiert Natur in Kunst. Durch ihre
Intuition trifft sie die Befindlichkeit der Alten und macht bei ihnen
Energien frei, auch wenn diese die Bedeutung der hoch stilisierten
Bewegungen, Gesten, Mimik, Worte und Klänge oft nicht auf Anhieb
verstehen. Sie schafft Sinnbilder der zwischenmenschlichen Beziehungen,
thematisiert sie, dekliniert oder konjugiert sie durch.</p>
<p>Die Frauen
und Männer sehen sich und die andern. Sie entdecken, wie sie zu
neuem Leben erweckt, wie sie neu geboren werden. »Die Geburt ist
nicht ein augenblickliches Ereignis, sondern ein dauernder Vorgang. Das
Ziel des Lebens ist es, ganz geboren zu werden. Zu leben bedeutet, jede
Minute geboren zu werden», schreibt Erich Fromm. Und was gibt es
Politischeres als Leben schaffen, Menschen zum Leben erwecken!
Dafür wird es gelegentlich auch nötig, Regeln, Gewohnheiten,
Normen, die Political Correctness, ja selbst Tabus über Bord zu
werfen.</p>

]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2008-11-05T00:01:28Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/cinemadolcevita">
    <title>cinedolcevita auf Erfolgskurs</title>
    <link>http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/cinemadolcevita</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[
<div class="field field-type-text field-field-sw-g-teaser">
<div class="field-items">
<div class="field-item odd">
                    In sieben Städten der Schweiz gibt es das 
Seniorenkino cinedolcevita, wo jeweils am Nachmittag Filme gezeigt 
werden, die älteren Menschen besonders gefallen, aktuell in den Städten 
Bern, Biel, Luzern, Schaffhausen, Solothurn, Thun und Uster.<br /><br /><img class="image-inline" src="../../../bilder/abLe%20Havrebb%20von%20Aki%20Kaurismaeki.JPG/image_preview" alt="«Le Havre» von Aki Kaurismäki.JPG" /><br /><br /><em>«Le Havre» von Aki Kaurismäki</em></div>
</div>
</div>
<div class="field field-type-text field-field-sw-g-body">
<div class="field-items">
<div class="field-item odd">
<p><strong>Filme sehen und Gemeinschaft erleben</strong></p>
<p>Allein
 im Jahre 2011 sind gut zwei Dutzend neue Filme mit Altersthemen in den 
Schweizer Kinos angelaufen. Entsprechend ist auch die Zahl der älteren 
Kinobesucherinnen und -besucher grösser geworden. Doch auch dazu gilt 
weiterhin: «Man geht nicht bloss ins Kino, um sich Filme anzusehen. Man 
geht vielmehr ins Kino, um mit zweihundert Menschen zu lachen und zu 
weinen» (John Naisbitt). Genau diese Überzeugung steht hinter den 
Angeboten des Seniorenkinos cinedolcevita. Mehr über die Geschichte 
dieser lobenswerten Initiative der Seniorenmedienkultur, die sich 
europaweit aus dem Bellaria-Kino in Wien entwickelt hat, enthält mein <a href="http://www.seniorweb.ch/type/magazine-story/2011-02-11-das-schweizer-seniorenkino-cinedolcevita">letzter Bericht im Seniorweb.</a></p>
<p>&nbsp;<img src="http://www.seniorweb.ch/files/imagecache/gen-full/media/image/2011/12/cinedolcevita_logo_sw.jpg" alt="" /></p>
<p><strong>Aus dem Jahresbericht 2010/11</strong></p>
<p>In
 den sechs cinedolcevita-Spielstellen Bern, Biel, Solothurn, Thun, Uster
 und Luzern wurden im vergangenen Geschäftsjahr insgesamt 68&nbsp;Filme 
gezeigt, darunter 34&nbsp;Schweizer Produktionen, gut die Hälfte 
Dokumentarfilme. Nicht wenige Filmemacher bieten heute ihre neuen Werke 
ungefragt der Geschäftsstelle an, was darauf schliessen lässt, dass 
Senioren und Seniorinnen auch von den Filmschaffenden und der 
Filmwirtschaft ernst genommen werden.</p>
<p><strong>Lizenzen und Eintritte</strong></p>
<p>Zu
 Beginn des Jahres wurden drei Spielstellen neu zu eigenständigen 
Lizenznehmern des Vereins cinedolcevita. In Solothurn (cinesol) und Thun
 (Kinobetriebe Marti) sind nun die Kinoinhaber für die lokale 
Durchführung, Administration und Finanzen zuständig. In Bern wurde ein 
Verein für cinedolcevita gegründet. Im Januar 2011 schloss auch der 
Kinobetreiber von cinevital in Biel eine Lizenzvereinbarung ab. Und auch
 der Geschäftsführer der Kinepolis Kinos Schaffhausen startete im 
Oktober seine cinedolcevita-Spielstelle, für welche die «Schaffhauser 
Nachrichten» ihren Leserinnen und Lesern vergünstigte Eintrittstickets 
anbietet.</p>
<p>Mit der Ermässigung der Kinoeintrittspreise durch die 
Berner Kantonalbank stiegen die dortigen Eintrittszahlen. In Biel stehen
 sie wieder auf dem Stand von 2006, mit durchschnittlich 90 Besuchern 
pro Vorstellung. In Bern fand man ein neues Publikum, so dass zum 
Saisonschluss die Unkosten in etwa gedeckt wurden. Solothurn und Thun 
befinden sich in der gleichen Situation wie die andern Städte: weniger 
Kinos, weniger gute Filme im regulären Programm, weshalb es nicht 
erstaunt, dass die cinedolcevita-Eintritte unverändert hoch geblieben 
sind.</p>
<p><strong>Digitalisierung als Chance</strong></p>
<p>In den 
Schweizer Kinos geht gegenwärtig ein Zeitalter zu Ende: die Ära der 
schweren Filmrollen mit den 35mm-Streifen. Auch in der Kinotechnik hält 
die Digitalisierung Einzug. Kinoclubs jedoch sind weiterhin auf Säle mit
 35mm-Projektoren angewiesen, denn die Mehrheit ihrer Filme ist älter. 
Ab und zu befinden sich sogar 16mm-Filme darunter. Nur neuere 
Dokumentarfilme, die den Weg nicht ins Kino finden oder das Programm 
nicht allein füllen, zeigt cinedolcevita als DVD. Erstaunlicherweise 
sind es oft jene Filme, die beim Stammpublikum das grösste Echo 
auslösen. Auch Kurzfilme werden immer häufiger auf DVD verfügbar und 
haben so grössere Chancen, ins Kino zu gelangen.</p>
<p><img src="http://www.seniorweb.ch/files/imagecache/gen-full/media/image/2011/12/1271-legaminauvelo_05_web.jpg" alt="" /></p>
<p><em>«Le gamin au vélo» der Gebrüder Dardenne in einer Spezialvorführung</em></p>
<p><strong>Spezielle Aktivitäten und Vernetzung</strong></p>
<p>Auf
 Anregung von cinevital wurde der Film «Le gamin au vélo» von 
Jean-Pierre und Luc Dardenne als cinedolcevita-Spezialvorführung im 
Vorfeld des Französischen Filmfestivals (FFFH) gezeigt. Der Erfolg war 
erfreulich: an einem sonnigen Septembertag über hundert Eintritte. Einer
 weiteren Zusammenarbeit mit dem aufstrebenden Filmfestival steht von 
cinedolcevita nichts im Wege. Die Sondervorstellung im Rahmen des im 
Herbst stattfindenden shnit-Festivals in Bern hat sich ebenfalls 
institutionalisiert. Das Publikum war begeistert vom Kurzfilm, der 
dieses Jahr gezeigt wurde und zu spontanen und intensiven Diskussionen 
Anlass gab.</p>
<p><a href="http://www.cinelibre.ch/">Cinelibre</a>
 ist der Verband, welcher sich für die Filmpolitik und die kulturelle 
Vielfalt im Schweizer Kinowesen einsetzt. Vor einem Jahr ist der Verein 
cinedolcevita dem Verband Schweizer Filmklubs und 
nicht-gewinnorientierter Kinos, Cinelibre, beigetreten.</p>
<p><strong>Geschäftsaktivitäten</strong></p>
<p>Die
 Geschäftsstelle des Vereins cinedolcevita, insbesondere die 
Vereinspräsidentin Eva Furrer-Haller, ist für folgende Tätigkeiten 
zuständig: Programmation in Bern, Biel, Solothurn und Thun; Kasse und 
Begrüssung an den Vorstellungen dieser Orte; Steuerung der 
Zusammenarbeit mit anderen (Alters-)Organisationen; Kommunikation und 
Marketing; Pflege der Partnerschaften und Sponsoren; Entwicklung der 
Vereinsaktivitäten; Prüfung und Pflege neuer Spielorte; Finanzen.</p>
<p><strong>Unterstützung beim Aufbau neuer Spielstellen</strong></p>
<p>Im
 September 2010 fand der Erstkontakt zum Stattkino Luzern statt, im 
November durfte bereits die neue cinedolcevita-Spielstelle eröffnet 
werden. Die Vorstellungen waren von Beginn weg gut besucht, so dass der 
Betreiber schon rasch auf zwei Vorstellungen pro Monat ausbauen konnte. 
Seit Juli 2011 laufen konkrete Abklärungen zur Eröffnung einer 
Spielstelle in der Stadt Basel.</p>
<p><strong>Ausblick und Kommunikation</strong></p>
<p>Nach
 einer Phase raschen Wachstums hat der Vorstand intern die Weichen für 
die Zukunft gestellt, da die Anforderungen an die gewachsene 
Organisation in verschiedensten Bereichen stark gewachsen sind. Eine der
 anstehenden Aufgaben betrifft die Festigung bestehender Partnerschaften
 und die Suche nach neuen Sponsoren und Werbepartnern, damit die 
finanzielle Basis weiterhin gesichert bleibt. Interessenten steht die 
eigene <a href="http://www.cinedolcevita.ch/">Kommunikationsplattform</a> zur Verfügung, welche Formen der Zusammenarbeit mit den wichtigsten Kennzahlen und Konditionen beschreibt.</p>
</div>
</div>
</div>
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    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-08T15:23:52Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/depressionen-und-liebe">
    <title>Liebe und Depression in vier Kinofilmen</title>
    <link>http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/depressionen-und-liebe</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[
<p></p>
<p>Depressive wie
Nicht-Depressive wollen lieben und geliebt werden. Doch jeder Versuch kann ins
Glück oder ins Unglück führen. Vier aktuelle Kinofilme thematisieren Liebe als Chance
oder Gefahr, als Gabe oder Aufgabe: «Mademoiselle Chambon» des Franzosen Stéphane
Brizé, «Yo, también» der Spanier Antonio Naharro und Álvaro Pastor, «How about
Love» des Schweizers Stefan Haupt und «Sommervögel» des Schweizers Paul Riniker.</p>
<h3>«Mademoiselle Chambon» – <strong>Grenzen einer Liebe zu
Dritt</strong></h3>
<img class="image-inline" src="../../../bilder/mademoisellechambon.jpg/image_preview" alt="mademoisellechambon.jpg" />
<p>&nbsp;</p>

<p>Jean ist ein fürsorglicher
Vater und der sympathische Ehemann von Anne Marie. Sein Leben in Familie und
Arbeit gerät durcheinander, als er mademoiselle Chambon, der Lehrerin seines
Sohnes, begegnet. Dort taucht der wortkarge Mann in eine neue Welt ein. Unbekannte
Gefühle werden wach, die ihm bisher fremd waren. Ihr Violinspiel schafft Nähe, dann
Sympathie und weckt Leidenschaft und Liebe. Es kommt zum ersten Kuss. Vor dem
Hintergrund seines Familienlebens entwickelt sich eine zärtliche Beziehung. Er wird
hin- und hergerissen zwischen seiner Partnerschaft und einer «amour fou». Die
beiden treffen sich immer häufiger, bis sie plötzlich nach Paris umzieht. Jetzt
muss er sich entscheiden! Endet hier die neue Beziehung? Wie geht die alte
weiter? Der wunderbare, innige Film zeigt zwei zutiefst Liebende und Liebesbedürftige.</p>
<p>Seine stille Radikalität macht
betroffen. Keiner der beiden Liebenden ist schuldig, beide leiden an der Liebe
und deren Grenzen. «Liebe und tue, was du willst», schrieb zwar Augustinus, doch
was heisst das hier? Stéphane Brizé inszeniert diese Frage in Bildern, Tönen
und Sequenzen, die fast zum Stillstand kommt – dass wir Anteil nehmen und sie
für uns beantworten.</p>
<p><a class="external-link" href="http://www.xenixfilm.ch">www.xenixfilm.ch</a></p>
<h3>«Yo, También» – Eine
behinderte <strong>Liebe</strong></h3>
<img class="image-inline" src="../../../bilder/Yotambien.jpg/image_preview" alt="Yotambien.jpg" />
<p>&nbsp;</p>

<p>Mit «Yo, También» zeigen Antonio
Naharro und Álvaro Pastor in einer wunderbaren Geschichte die Grenzen der Liebe
eines Behinderten und überschreiten sie gleichzeitig. Es wäre eine ganz normale
Liebesgeschichte mit glücklichen und schmerzlichen Momenten, wäre da nicht ein
winziges Chromosom zu viel. Daniel hat als erster Europäer mit Trisomie 21 ein Hochschulstudium
abgeschlossen und beginnt in einem staatlichen Büro für behinderte Menschen zu
arbeiten. Seine Kollegin Laura hält ihn für einen Klienten, erst zu spät
erkennt sie die Verwechslung. Zum Argwohn der andern werden sie unzertrennliche
Freunde. Bei einer Betriebsfeier benehmen sie sich wie ein Liebespaar, doch am
Schluss entzieht sie sich ihm, weil sie nicht weiter weiss. Dann zeigt er ihr
die kalte Schulter und sie leidet. Sie möchte mit ihm befreundet bleiben, doch Daniel
möchte ihr einziger Freund sein.</p>
<p>Auf ihre Frage «Warum muss es
denn ausgerechnet sie sein?» antwortet er: «Weil du mir das Gefühl gibst,
normal zu sein.» Von den Gefühlen übermannt macht er ihr eine Liebeserklärung,
die Laura am liebsten erwidern würde, aber nicht kann. – Wo ist hier die
Behinderung der Liebe zwischen den beiden? Bei Daniel, bei Laura? Bei den
andern, den Umständen, der Gesellschaft?</p>
<p><a class="external-link" href="http://www.filmcoopi.ch">www.filmcoopi.ch</a></p>
<h3></h3>
<h3>«Sommervögel»
– Eine Liebe mit Turbulenzen</h3>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/Sommervoegel.jpg/image_preview" alt="Sommervoegel.jpg" /></p>
<p>Nach
70 Dokumentarfilmen legt Paul Riniker hier seinen ersten Spielfilm vor, dessen
Handschrift hier ebenso intensiv und sensibel ist wie in seinem übrigen
Schaffen. Er schildert, nach einer wahren Begebenheit, die heiter-traurige
Liebesgeschichte von Res, einem in die Jahre gekommenen Harley-Davidson-Fan,
der nach einem Knastaufenthalt auf einem Campingplatz einen Job findet. Direkt
neben der Traumwelt von Greta, einer verhaltensauffälligen Frau, die mit ihren
33 Jahren noch bei ihren Eltern wohnt und von diesen wie eine Behinderte
überbehütet wird. Sie verliebt sich in ihn, er ist irritiert von ihrer
seltsamen Art, doch ihre Geradlinigkeit berührt ihn, Trotz heftigem Widerstand
von Familie und Umfeld bahnt sich eine aussergewöhnliche Liebesgeschichte an,
die Glück und Unglück, Erfüllung und Verlust bringt. Der Film zeigt, wie schön,
aber auch wie schwierig Liebe werden kann.</p>
<p>«Sommervögel»
zeichnet sich dadurch aus, dass er, genau wie im wirklichen Leben, das Thema
«behinderte Liebe» einbettet in andere Themen und den Übergang von «behindert»
zu «normal» absolut fliessen zeigt. – So können wir uns gut mit Greta und Res
identifizieren, weil wir immer mitgemeint sind.</p>
<p><a class="external-link" href="http://www.frenetic.ch/">www.frenetic.ch</a></p>
<h3></h3>
<h3>«How about Love» – Partnerliebe
oder Nächstenliebe?</h3>
<img class="image-inline" src="../../../bilder/howaboutlove.jpg/image_preview" alt="howaboutlove.jpg" />
<p>&nbsp;</p>

<p>Fritz ist beseelt und
besessen von seiner Arbeit als Herzchirurg. Auf Drängen seiner Frau Lena
unternehmen sie eine Urlaubsreise nach Thailand, wo sie einen früheren
Arztkollegen besuchen, der in einem Flüchtlingslager nahe der burmesischen
Grenze ärztliche Versorgung leistet. Von den Verhältnissen tief berührt
entschliesst er sich, länger zu helfen, während seine Frau zu den Kindern
zurückkehrt. Er kümmert sich mit Hingabe um die Verwundeten im Camp, erhält
Einblick in eine radikal andere Realität und taucht ein in diese unbekannte
Welt. Während sein Schweizer Leben zunehmend in den Hintergrund tritt, lernt er
Say Paw kennen, eine Flüchtlingsfrau, die Erfahrungsberichte anderer
Vertriebener sammelt und veröffentlichen will. Zerrissen zwischen den beiden Welten
gerät Fritz in einen Strudel der Gefühlen und Verstrickungen, muss
herausfinden, was er tun muss und will. Am Schluss findet er eine Lösung, die
sein Leben und das seiner Familie nachhaltig verändern wird.</p>
<p>«How about Love» stellt eine
Existenzfrage heutiger engagierter Menschen: Wie kann ich in der Ersten Welt
eine Partnerschaft leben und gleichzeitig Leid und Elend in der Dritten Welt
lindern? «Wir leben unser Leben hier in der
alltäglichen Normalität und keine zwölf Flugstunden weit entfernt findet ein
völlig anderes Leben statt. Dies gibt ein Gefühl für die Weite dieser Welt, die
so viel unfassbarer und vielfältiger ist, als es uns das Schlagwort der Globalisierung
glauben machen will», meint Stefan Haupt – das gibt auch uns zu denken, wenn
wir den Film ernst nehmen.</p>
<p><a class="external-link" href="http://www.praesens.com/">www.praesens.com</a></p>
]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>Behinderung</dc:subject>
    
    
      <dc:subject>Sexualität</dc:subject>
    
    <dc:date>2010-09-16T10:08:25Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/die-lange-nacht-der-kurzen-filme-kurzfilmnacht-2010">
    <title>Die lange Nacht der kurzen Filme: Kurzfilmnacht 2010</title>
    <link>http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/die-lange-nacht-der-kurzen-filme-kurzfilmnacht-2010</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[
<p>Am 16. April startet
die Kurzfilmnacht-Tour 2010 von Swiss Films in Zürich. Danach zieht diese bis
am 5. Juni&nbsp;nach Basel, Schaffhausen, St. Gallen, Chur, Bern, Luzern und
Aarau weiter. Diese lange Nacht des kurzen Films eignet sich bestens zu einem
Filmerlebnis der andern Art.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/Logo.jpg/image_preview" alt="Logo.jpg" /></p>
<p>Der Kurzfilm ist
kein zu kurz geratener Langfilm. Er hat, wenn er gelingt, ähnlich wie die Short
Story, eine eigene Dramaturgie. Eine Kurzgeschichte, ein Kurzfilm entsteht, bildlich
gesprochen, wenn man mit einer Lampe einen dunklen Raum für ein paar
Augenblicke hell erleuchtet. Sie kommen aus dem Dunkel, verschwinden wieder im
Dunkel und schaffen dazwischen ein Stück Welt. &nbsp;Die «Short story» entstand in der
englischsprachigen, insbesondere amerikanischen Literatur, bei Edgar Allan Poe,
Ernest Hemingway, William Faulkner, Sinclair Lewis und E. A. Poe. Letzterer
thematisierte sie auch in seinen ästhetischen Schriften. Im deutschsprachigen
Raum wurde die Kurzgeschichte um 1900 aufgegriffen und musste sich zunächst
gegen die etablierten Kurzformen wie Novelle, Anekdote und Kalendergeschichte
durchsetzen. In der Folge verwendeten sie unter anderem die Autoren des
Expressionismus, etwa Alfred Döblin, Robert Musil und Franz Kafka.</p>
<h3>Vier Programmblöcke, vier Kinowelten</h3>
<p>Kurzfilme in einem Programmblock von je ungefähr einer
Stunde oder gar eine ganze Nacht mit vier Blöcken sehen, ist ein besonderes
Erlebnis. Es kann gerade auch für ältere Menschen zu einem eigentlichen
Bewusstseins-Jogging, analog dem Gehirn-Jogging im Bildungsbereich, werden. Und
wenn man dies mit den schönsten und besten Filmen eines Jahrganges machen kann,
dürfte dies ein besonders interessantes Abenteuer werden. Denn es heisst, nach
wenigen Minuten von einer Tonart in eine andere wechseln, von einem Farbraum in
einen andern, von einer Sprachebene in eine andere: von einem «univers» in einen
andern. Sieben vorvisionierte Filme aus dem Angebot erlauben mir, zu behaupten:
Es lohnt sich! Die diesjährige
Kurzfilmnacht-Tour bietet eine Auswahl nationaler und internationaler
Kurzfilmperlen.</p>
<p>Im
ersten&nbsp;Filmblock mit dem Titel «Schweizer Filmpreis» sind die fünf für den
Schweizer Filmpreis «Quartz» nominierten Kurzfilme zu sehen, darunter auch den
Gewinner des Preises für den besten Kurzfilm, «Las Pelotas» von Chris Niemeyer.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/pelotas.jpg/image_preview" alt="pelotas.jpg" /><br /></p>
<p class="discreet">«Las Pelotas» von
Chris Niemeyer</p>
<p>Der zweite Block «Cinema
forever» ist eine veritable Hommage ans Kino. Die neun programmierten Filme
widmen sich ganz und gar der Filmkunst. Sie interpretieren bekannte Klassiker,
vom schlichten Remake bis zur bissigen Persiflage.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/dasei.jpg/image_preview" alt="dasei.jpg" /><br /></p>
<p class="discreet">«Das Ei» von
Hans-Georg Anders</p>
<p>Mit fünf internationalen Kurzfilmen wird der
Zuschauer im Block «Down under» über die Landesgrenzen hinaus entführt – bis
nach Neuseeland und Australien, zwei Länder mit einer besonders reichen und
eigenständigen Kurzfilmproduktion.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/run.jpg/image_preview" alt="run.jpg" /><br /></p>
<p class="discreet">«Run» von Mark
Albiston</p>
<p>Im letzten Block
beantwortet Isabella Rossellini, sachlich richtig und dennoch mit einem
Augenzwinkern, alle Fragen rund ums Sexleben von Käfern, Insekten und
Meerestieren. Mit «Green Porno» hat sie fürs renommierte Sundance Festival eine
Reihe von Kürzest-Filmen geschaffen, die zum ersten Mal auf Grossleinwand zu
sehen sind, nachdem sie zuvor lediglich übers Internet verbreitet wurden.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/greenporno.jpg/image_preview" alt="greenporno.jpg" /><br /></p>
<p class="discreet">«Dragonfly» (Die
Libelle) von Isabella Rossellini</p>
<h3>Tourdaten und Kinos</h3>
<p>Zürich: im
Arthouse Le Paris und Arthouse Piccadilly, am Freitag, 16. April 2010</p>
<p>Basel: im
kult. kino atelier, am Freitag, 23. April 2010</p>
<p>Schaffhausen: im Kino Kiwi Scala 1 &amp; 2, am Freitag, 30. April 2010</p>
<p>St. Gallen: im
Kino corso am Freitag &amp; Samstag, am 7. und 8. Mai 2010</p>
<p>Chur: im
Kino Apollo Freitag, am 21. Mai 2010</p>
<p>Bern: im
cineCinemaStar &amp; Kino Cinématte, am Samstag, 29. Mai 2010</p>
<p>Luzern: im
Kino Bourbaki &amp; stattkino, am Freitag, 4. Juni 2010</p>
<p>Aarau: im Kino Center Schloss, am Samstag, 5. Juni 2010</p>
<p>Traditionsgemäss
gibt es in allen Städten zusätzlich zum regulären Programm eine oder mehrere
lokale Filmpremieren, zusätzlich Filme von lokalen Autoren&nbsp; und Autorinnen und Gelegenheit zu Gesprächen
mit diesen.&nbsp;Begleitet wird das Programm in jedem Kino bis in den frühen
Morgen von einem Gastro- und Barbetrieb. Für die welsche Schweiz und das Tessin
folgen Programm-Informationen im Spätsommer.</p>
<p><a class="external-link" href="http://www.kurzfilmnacht-tour.ch/">www.kurzfilmnacht-tour.ch</a></p>
]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2010-04-08T09:37:35Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/die-sozialarbeit-der-filmenden-bruder-dardenne">
    <title>Die Sozialarbeit der filmenden Brüder Dardenne</title>
    <link>http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/die-sozialarbeit-der-filmenden-bruder-dardenne</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[
<p>Jean-Pierre
und Luc Dardenne, die «Sozialarbeiter des Kinos», verbinden Filmkunst und
Sozialphilosphie und dürften professionellen Sozialarbeiterinnen und
Sozialarbeitern wertvolle Impulse geben. Mit den Filmen «La Promesse» (1996),
«Rosetta» (1999), «Le fils» (2002), «L’enfant» (2005) und «Le silence de Lorna»
(2008), alle erfolgreich und preisgekrönt.</p>
<h3>«La Promesse» – Wenn nur die Arbeit zählt</h3>
<p>Wie eine Reportage kommt der Spielfilm, mit Handkameras gefilmt, fast nur von
Laien gespielt und ohne Musik daher. Beton und Stahl, kaltes Blau und Rot,
triste Stadtquartiere und Autostrassen sind die Welt dieses und ebenso der
andern Filme. Roger und sein halbwüchsiger Sohn Igor bilden ein Team, wenn sie
in der Garage krampfen, in Bars singen, gegen Bezahlung Flüchtlinge nach
Belgien schmuggeln. Bevor einer davon stirbt, verspricht ihm der Junge, für Frau
und Kind zu sorgen. Damit aber beginnt für ihn eine Art Menschwerdung. Ansonsten
herrscht die neoliberale Norm, nach welcher der Mensch nur so viel wert ist wie
seine Arbeit. Dennoch macht der Film, im Graubereich der Legalität situiert, schlummernde
Menschlichkeit und das Bedürfnis nach Solidarität und Freundschaft erfahrbar. Ob
der Blick der Film-Sozialarbeiter jenem der Professionellen da immer entspricht?</p>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/promesse.jpg/image_preview" alt="promesse.jpg" height="285" width="388" /></p>
<h3>«Rosetta» – Vom Dabei-Sein zum Mit-Sein</h3>
<p>Rosetta lebt mit ihrer alkoholsüchtigen Mutter in
einer Wohnwagensiedlung. Nichts will sie mehr als eine geregelte Arbeit, in der
Fabrik, im Verkauf, egal wo. Atemlos gleich einem gehetzten Tier rennt sie
durchs Leben, fällt hin, rappelt sich auf und sieht dabei die Hand nicht, die
ihr entgegen gestreckt wird. Sie ist besessen von der Furcht, unterzugehen, von
der Schmach, Aussenseiterin zu werden. Hautnah wird sie von einer entfesselten
Handkamera verfolgt, deren Nahe auch die Zuschauenden zu ertragen haben.</p>
<p>Gerade heute,
wo die Soziale Arbeit gelegentlich Wissenschaft statt Arbeit wird, macht dieser
Film erlebbar und bewusst, dass der Kern dieses Berufes wohl weiter Dabei-Sein,
Mit-Sein, Mit-Leiden mit Elend, Leid und Not der Menschen bedeutetet. Oder verallgemeinert
und existentiell vertieft, es «Sein» immer nur im «Mit-Sein» gibt (Thomas von
Aquin).</p>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/rosetta.jpg/image_preview" alt="rosetta.jpg" /></p>
<h3>«Le fils» – Wenn Geheimnisse das Leben prägen</h3>
<table class="MsoNormalTable" width="100%">
<tbody>
<tr>
<td valign="top">
<p>Nach den eher düsteren Filmen «La Promesse» und «Rosetta» folgt mit «Le
  fils» die am Schluss optimistische, wenn auch stets bewegende und provozierende
  Geschichte des Schreinermeisters Olivier, dessen Leben durch das Erscheinen
  eines neuen Lehrlings aus den Fugen gerät. Die beiden muss eine dunkle
  Vergangenheit verbinden, die sich jedoch erst nach und nach erhellt. Ein
  Geheimnis ist es, was die beiden verbindet und trennt. Geheimnisse sind es doch
  gelegentlich auch, die im Alltag der Sozialen Arbeit Grenzen setzen, welche zu
  akzeptieren sind. «Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als eure
  Schulweisheit sich träumt», meinte bereits Shakespeare im «Hamlet». Und wer hier nicht schon
  seine Unzulänglichkeit und Begrenztheit erlebt hat, handelt wohl eher an der
  Oberfläche.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/fils_1.jpg/image_preview" alt="fils_1.jpg" /></p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<h3>«L’enfant» – Weshalb man ein Baby verkaufe kann</h3>
<p style="text-align: justify;">Bruno ist zwanzig, Sonja achtzehn, sie leben
von ihrer Sozialhilfe und seinen Gaunereien. Soeben hat sie ihren gemeinsamen
Sohn Jimmy geboren. Wie kann der Kind gebliebene, sympathische Bruno aber wirklich
Vater sein, wenn er weiter sorglos in den Tag hinein lebt und sich durch
Betrügereien durchs Leben schlägt? Ein erschütterndes Sozialdrama,
angesiedelt in den Geschichten und Beziehungen junger Randständiger und
Kleinkrimineller. Doch wenn die beiden am Schluss in der Gefängniskantine schluchzend sich umklammern,
wirken sie wohl für die meisten Zuschauenden menschlicher als jene andern, bei
denen es gleicherweise nur ums Geld geht: die Grosskriminellen der «freien»
Marktwirtschaft, die als Hohepriester des Kapitalismus täglich tausende von
Menschen, verschleiert im vernebelnden Netz der Globalisierung, umbringen.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="image-inline" src="../../../bilder/enfant.jpg/image_preview" alt="enfant.jpg" /></p>
<h3>«Le silence de Lorna» – Der Menschen als Handelsware</h3>
<p>Die Albanerin Lorna (siehe
Bild) träumt davon, mit ihrem Freund einen Snack zu eröffnen. Dafür gerät sie in
einen teuflischen Komplott und muss zuerst belgische Bürgerin werden. Dafür
lässt sie sich auf die Machenschaften eines Kumpels ein, der ihre Heirat mit einem
Drogensüchtigen arrangiert. Trotz neuem Pass soll sie mit einem russischen
Mafioso eine zweite Scheinehe eingehen, weshalb der Junkie weg muss. Schon vom Anfang
weg gibt es neben Mord und Todschlag, professionellen Mafiosi und provinziellen
Gangstern auffällig viele Geldtransaktionen. Schliesslich sind es die Menschen
selbst, die gebraucht, gewechselt, verschoben, gekauft und verkauft werden. In
ihrer Opferbereitschaft und Selbsthingabe wird Lorna zur Menschen-Ware. Dies
die pessimistische Aussage; doch es gibt auch eine optimistische. Am Schluss
spricht Lorna nämlich, obwohl es (für uns) unklar ist, ob sie wirklich schwanger
ist, inbrünstig mit ihrem ungeborenen Kind – und dies zu Klaviermusik von
Beethoven. Lorna als der «gute Mensch», wie die Sozialarbeiterin, der Sozialarbeiter?</p>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/Lorna_01.jpg/image_preview" alt="Lorna_01.jpg" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="discreet">Die
Kinofilme und die DVD von «Le fils» und «L’enfant» sind bei <a href="http://www.xenixfilm.ch/">www.xenixfilm.ch</a>, die andern DVD bei <a href="http://www.cede.ch/">www.cede.ch</a> oder <a href="http://www.amazon.de/">www.amazon.de</a>
(nur französisch und englisch) erhältlich.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2011-12-12T20:53:01Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/dokumentarfilme-fur-die-soziale-arbeit">
    <title>Dokumentarfilme für die Soziale Arbeit</title>
    <link>http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/dokumentarfilme-fur-die-soziale-arbeit</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[
<p>Spielfilme handeln von Lebensgeschichten - die Soziale Arbeit auch,
Dokumentarfilme von Lebenswelten - die Soziale Arbeit ebenfalls.
Deshalb kann jede Bewusstseinserweiterung mit Lebensgeschichten und
Lebenswelten bei der Rezeption von Filmen auch unsere Arbeit als
Sozialarbeiter, als Sozialpädagogin, als Sozialbegleiter
verbessern. Denn wir können neue Aspekte und Dimensionen einer
Sache kennen lernen oder fremde Lebensgeschichten und Lebenswelten «probehandelnd» durchleben. - Dies sei hier an vier Filmen aus dem
aktuellen Kinoprogramm versucht.</p>
<h3>«We feed the world» - Wir essen uns zu Tode</h3>
<p>


Die Weltwirtschaft wäre heute in der Lage, zwölf Milliarden
Menschen zu ernähren. Dass trotzdem täglich 100 000 am Hunger
sterben, ist keine Frage der Ressourcen, sondern eine Folge der
kapitalistischen Weltordnung, die sich in erster Linie an der
Profitmaximierung orientiert. Das wissen wir (unter anderem aus dem
Film "We feed the world" des Österreichers Erwin Wagenhofer). Er
geht darin der simplen, doch essenziellen Frage nach, woher wir
eigentlich unsere Nahrung (z. B. Tomaten, Poulets, Rindfleisch) haben,
und beschreibt die Mechanismen des internationalen Agrobusiness. Dabei
gelingt es ihm, komplexe Zusammenhänge und mörderische
Fehlentwicklungen kenntnisreich und anschaulich darzustellen, so dass
sich uns, analog zu Neil Postmans «Wir amüsieren uns zu Tode», ein «Wir essen uns zu Tode» aufdrängt.</p>
<p>


Die Folgen dieser «Ordnung» sind Hunger, Durst, Krankheit, Armut und
Elend, denen wir tagtäglich im Umgang mit Einzelnen und Gruppen in
der Sozialen Arbeit begegnen, die uns Fragen stellen.</p>
<h3>«White Terror» - Die Rassisten unter uns</h3>
<p>


Der dritte und letzte Teil von Daniel Schweizers Trilogie über
Skinheads, Hass und Rechsextremismus - nach «Skinhead Attitude» und
«Skin or Die» - ist wichtig. Denn darin enthüllt der welsche
Filmemacher, nach mehrjährigen umfangreichen Recherchen innerhalb
der aktiven Gruppen der Bewegung, als bedeutende internationale
Verbindung eine Achse Stockholm - Moskau - Dallas von «White Powe» und
den «New-Racists»-Parolen. Mit seinen Untersuchungen trägt er dazu
bei, der «widerlichen Bestie», wie Brecht sie nannte, ein neues Gesicht
zu geben, dieser Bestie, die über sechzig Jahre nach Ende des
Zweiten Weltkriegs sich wieder ausbreitet und eine neue Generation von
Rassisten heranzieht.</p>
<p>Der Film beginnt in der Schweiz, endet in der Schweiz und zeichnet in
den internationalen Szenen interessante Psychogramme rassistischer
Persönlichkeiten, wie wir ihnen ansatzweise oder
vollumfänglich oft auch bei uns begegnen.</p>
<h3>«Exit» - Die Schwierigkeit des endgültigen Entscheids</h3>
<p>


Wir stossen an die Grenzen unserer Fähigkeiten, wenn es gilt,
Klientinnen oder Klienten, die ihr Leben beenden wollen, zu begleiten
oder zu beraten. Hier holt uns der Film von Fernand Melgar ab. Er
trägt nicht nur den Namen der bei bekannten
Sterbehilfeorganisation, er handelt von deren welschem Zweig.
Sorgfältig und anschaulich werden zuerst die Arbeit der
Begleiterinnen, fast alles Frauen, die Triage am Telefon, die Besuche
bei den Todkranken, nachvollziehbar ihre Überlastung, vorgestellt.
Sichtbar wird dabei auch die Sonderstellung der Schweiz mit ihren
liberalen Gesetzen und den Probleme im Zusammenhang mit der
europäischen Gesetzgebung.</p>
<p>Dies alles bleibt im Rahmen einer guten Fernsehreportage. Ihr Gewicht
erhält der Dokumentarfilm durch die eindrucksvolle Darstellung der
Anteilnahme und vor allem den Bildern eines Freitodes vor laufender
Kamera. Spätestens in der Schluss-Sequenz können wir uns
nicht mehr hinter Regeln, Rezepten und Theorien verstecken, betrifft es
uns: als Fachperson und/oder Privatperson.</p>
<h3>«Die grosse Stille» - Kloster als Meditationsraum</h3>
<p>


Neunzehn Jahre nach der ersten Begegnung des Regisseurs Philip
Gröning mit dem Prior des Klosters ist er nun da: der erste Film
über die «Grande Chartreuse», das Mutterkloster des n
Schweigeordens der Karthäuser. Eine strenge, fast stumme
Meditation über das Klosterleben, das ist der Film. Ohne Musik,
ohne Interviews, ohne Kommentar. Wir erleben Kloster und leben Kloster,
gehen in die Stille und meditieren hier. Nur der Lauf der Zeit, der
Wechsel der Jahreszeiten und das sich wiederholende Gebet gliedern den
fast dreistündigen Film. Der Autor beschreibt ein Leben, das vom
Gebot des Schweigens und der weltlichen Abgeschiedenheit geprägt
ist, und zeigt uns Menschen, die ihr Leben ganz Gott widmen.</p>
<p>Gerade weil in der heutigen verakademisierten Lehrplänen solche
Erfahrungen vergessen werden, bietet sich mit diesem Film Gelegenheit,
solches nachzuholen. In der Praxis stehen wir immer wieder vor solchen
Fragen.</p>

]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2008-11-05T00:01:28Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/drei-filme-die-das-sozialpadagogische-bewusstsein">
    <title>Drei Filme, die das sozialpädagogische Bewusstsein erweitern können</title>
    <link>http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/drei-filme-die-das-sozialpadagogische-bewusstsein</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[
<p>Kunst kann
mithelfen, die Welt zu klären. Der Film «Être et
avoir» leistet einen Beitrag zum Thema Erziehung. In «About
Schmidt» wird das Alter auf seine Hintergründe hin befragt.
«Das weisse Rauschen» zeigt die Innenwelt eines
Schizophrenen.</p>
<h3>&nbsp;«Être et avoir»</h3>
<p>Eine
kleine Dorfschule in der Auvergne im Wechsel der Jahreszeiten. Georges
Lopez, der Lehrer einer altersgemischten Klasse, widmet sich voller
Anteilnahme den individuellen Bedürfnissen seiner vier- bis
elfjährigen Schülerinnen und Schüler. Er lehrt die
Kinder nicht nur lesen, schreiben und rechnen, sondern auch Pfannkuchen
backen, Traktor fahren und besucht mit ihnen das Collège, um sie
auf die nächste Schulstufe vorzubereiten. Der Pädagoge
fördert sie, Probleme zu besprechen, Streite zu klären und
unterstützt sie emotional. Auch in seinem letzten Schuljahr vor
der Pensionierung kümmert er sich gerecht und bestimmt um
«seine» Kinder und übt mit ihnen, eigenständig zu
denken und zu handeln.</p>
<p>Nichts
oberflächlich Sensationelles geschieht in diesem Dokumentarfilm
von Nicola Philibert, der wie ein Spielfilm daherkommt, uns
unterhält und verzaubert. Alltäglichster Schulalltag zeigt
er. «Mein Wunsch war es, der Arbeit des Lehrers mit den Kindern
so nahe wie möglich zu kommen, zu verfolgen, wie sich die Kinder
entwickeln, damit der Zuschauer ihre Erfolge, aber auch
Enttäuschungen miterlebt», meint der Regisseur. Von
«petits evenements» spricht er, die in Wirklichkeit jedoch
wirklich sensationell sind. «Être et avoir» macht
sichtbar, was passiert, wenn sozusagen nichts passiert, er bietet uns
die Innenansicht dessen, was Pädagogik auch sein kann.</p>
<h3>«About Schmidt»<br /></h3>
<p>Traurig
vor sich hin stierend wartet Warren Schmidt, bis der Zeiger der
Bürouhr auf Fünf springt. Dann steht er zum letzten Mal auf
und verlässt den leeren Raum: hinter sich die Arbeit, die ihm Halt
geboten, die Aufgaben, die ihn gefordert, die Kollegen, die mit ihm
diskutiert haben. Jetzt ist er allein, steht vor dem Nichts. Angst
überfällt ihn, eine umfassende Lebensangst, die einengt,
verstummen lässt, depressiv macht. Als zudem seine Frau Ellen nach
42 Jahren Ehe stirbt, verliert er seinen letzten Halt.</p>
<p>Erst nach
einer Zeit des Trauerns entscheidet er sich für eine Tour mit
seinem Wohnmobil. Das Ziel ist Denver, wo er sich mit seiner Tochter
Jeannie, die gegen seinen Willen heiratet, aussöhnen möchte.
Auf der Fahrt durch das weite Land, bei der er neue Erfahrungen macht,
beginnt Warren langsam, auch sein Leben neu zu ordnen. Er zieht
traurige und komische Bilanzen. Eine brillante Charakterstudie eines
einfachen Mannes, der durch den Pensionierungsschock aus der Bahn des
Alltags geworfen wird, gelang Alexander Payne mit diesem Film. Warren
ist darin der Anti-Held, grossartig dargestellt vom alternden Jack
Nicholson. «About Schmidt» lässt mich Das Alter
erleben, wie es auch sein kann, und bietet mir Erklärungen an.</p>
<h3>«Das weisse Rauschen»</h3>
<p>Lukas
zieht mit 21 Jahren in die WG seiner Schwester in der Grossstadt. Er
hat das Gefühl, dass jetzt das Leben beginnt, und stürzt sich
ins Nachtleben mit Partys, Drogen und Fun. Doch nach einem Trip beginnt
er Stimmen zu hören, die ihn verfolgen. Paranoide Schizophrenie
lautet die Diagnose. Dann beginnt der Kampf gegen das Chaos in seinem
Kopf. Am Ende seiner Reise scheint er etwas gefunden zu haben, das ihn
vielleicht aus dem Wahnsinn herausführt. – Wir haben die
Chance oder sind dazu verurteilt, mitzuerleben, was in einem
Schizophrenen vor sich geht.</p>
<p>«Es
fasziniert mich, was in unserem Kopf passiert. Wie denkt der Mensch?
Hat er einen freien Willen? Was passiert, wenn die Seele aus dem Takt
gerät? Was bedeutet es für den Betroffenen und seine Umwelt,
wenn er unter Wahnvorstellungen leidet? Auf diese Fragen haben wir
versucht einzugehen. Zu den einschneidenden Erlebnissen zählt
für mich, als mir ein Betroffener eines Abends erzählte, was
die Stimmen in seinem Kopf gerade sagten. Ich konnte es kaum glauben,
dass er dabei so ruhig blieb, während in seinem Kopf ein Sturm
tobte», berichtet der Filmer Hans Weingartner</p>
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    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2008-06-08T20:15:23Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/engagiert-aber-wie-drei-antworten">
    <title>Engagiert! Aber wie? Drei Antworten</title>
    <link>http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/engagiert-aber-wie-drei-antworten</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[
<p></p>
<h3>«Témoin indésirable» – Engagiert bis
zur Resignation</h3>
<p>Mitten im humanitären Drama in
Kolumbien setzt ein Journalist alles daran, in seiner wöchentlichen
Fernsehsendung&nbsp; «Contravia», der einzigen
Sendung dieser Art in der Flut von Telenovelas, die Barbarei in seinem Land zu
zeigen und anzuklagen. Diese Reportagen haben dem TV-Mann Hollman Morris
internatioale Anerkennung, aber auch Morddrohungen eingebracht. In der immer
feindseligeren Atmosphäre fragen Morris und seine Frau sich, ob sie nicht besser
das Land verlassen sollten. Der Dokumentarfilm des
schweizerisch-columbianischen Juan José Lozano ist das kompromisslose Porträt
einer vielschichtigen Persönlichkeit und gleichzeitig ein grundsätzlicher
Diskurs über das Engagiert-Sein.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/temoin.jpg/image_preview" alt="temoin.jpg" /></p>
<p>Der Protagonist erhält eine
tragische Dimension: Aus politischer Überzeugung und journalistischem Ethos
engagiert er sich für sein Land, er schafft Gegenöffentlichkeit. Doch indem er es
tut, setzt er sein Leben und das Leben seiner Familie aufs Spiel und wird privat
schuldig. Wie aber soll er handeln? Diese Frage quält ihn und zwingt ihn
auszuwandern. Als Zeichen der Regignation? Eine Situation, die wohl Sozialarbeitetende,
wenn sie sich für einen Menschen oder eine Sache engagieren, auch schon erlebt
oder erlitten haben.&nbsp;&nbsp;</p>
<p class="discreet">&gt; <a href="http://www.xenixfilm.ch/">www.xenixfilm.ch</a>. Im Kino, DVD noch
ausstehend</p>
<h3>«Milk» – Engagiert bis zur
Ermordung</h3>
<p>Harvey Milk (ein grossartiger Sean
Penn) und sein Partner haben vom Leben in New York die Nase voll und suchen ihr
Glück im Westen. Im Arbeiterviertel von San Francisco eröffnen sie einen kleinen
Fotoladen, der bald zum Treffpunkt wird für Begegnung und Informationsaustausch.
Dort entdeckt er auch seine Fähigkeiten für die Politik. Seine Anliegen sind die
Interessen der kleinen Leute im Quartier und vor allem der schwulen Community. 1977
schafft er den Einzug ins Stadtparlament. Kaum im Amt, stösst er eine Vielzahl
politischer Initiativen an, womit er sich nicht nur Freunde macht. Einer seiner
Gegner entpuppt sich schliesslich als sein Todfeind. Sein Mut rettet zwar Leben,
doch nicht sein eigenes. Gus Van Sant schuf mit diesem Spielfilm ein Dokument
der 70er Jahre aus einer wenig bekannten Perspektive.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/milk.jpg/image_preview" alt="milk.jpg" /></p>
<p>Gelegentlich wird ein Politiker,
der sich engagiert, umgebracht. Das ist auch schon Lehrern und Sozialarbeitern
geschehen. Mord als Extremfall, doch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter können
gemobbt werden, bis ihnen nur Burn Out, eine andere Krankheit oder der
Selbstmord bleibt. Ist hier etwas schief gelaufen? Wo hätte man eine Grenze
ziehen müssen? Wann wäre Hilfe nötig gewesen?</p>
<p class="discreet">&gt; <a href="http://www.ascot-elite.ch/">www.ascot-elite.ch</a>. Im Kino und als DVD</p>
<h3>«Un barrage contre le Pacifique» – Engagement:
offen, vieldeutig, universell</h3>
<p>Indochina,
1931. Im Golf von Siam, am Rand des Pazifischen Ozeans, lebt eine Mutter (Isabelle
Huppert als moderne Mutter Courage) mit ihren Kindern, dem 20-jährigen Joseph
und der 16-jährigen Suzanne. Die Mutter sieht sie aufwachsen und weiss, dass
sie in absehbarer Zeit sterben wird. Müde von der kolonialen Administration und
krank investiert sie all ihr Erspartes in ein Grundstück, das jedoch regelmässig
überflutet wird, nicht bebaubar ist. Sie kämpft gegen die korrupte Bürokratie
und steckt alle Energie, wider jede Hoffnung, in das Projekt. Mit Hilfe der
Bauern des Dorfes errichtet sie einen Damm gegen den Ozean. Der Spielfilm von
Rithy Panh, nach dem gleichnamigen Roman (deutsch «Heisse Küste») von Marguerite
Duras, beantwortet die Frage nach dem Engagement nicht eindeutig, sondern, wie
alle grosse Kunst, vieldeutig und offen.</p>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/barrage.jpg/image_preview" alt="barrage.jpg" /></p>
<p>Er
endet nicht im Entweder oder, sondern im Sowohl als auch und erhält so universelle
Dimension. In dieser Welt des Kolonialismus, vor dem Hintergrund des Terrorregimes
der Roten Khmer, wo die Würde der Menschen mit Füssen getreten wurde, geht es
um die Rückgabe der Menschenwürde. Wer die Praxis der Sozialen Arbeit hinterfragt,
kommt sicherlich oft zu einer solchen Antwort.</p>
<p class="discreet">&gt; <a href="http://www.trigon-film.org/">www.trigon-film.org</a>: im Kino und ab Dezember
als DVD</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    
      <dc:subject>Gewalt</dc:subject>
    
    
      <dc:subject>Sozialarbeit</dc:subject>
    
    <dc:date>2009-06-26T08:01:25Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>


  <item rdf:about="http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/fantoche-2009-erfolgreich-in-neue-ara-gestartet">
    <title>Fantoche 2009: Erfolgreich in neue Ära gestartet </title>
    <link>http://www.der-andere-film.ch/filme/filme/artikel/fantoche-2009-erfolgreich-in-neue-ara-gestartet</link>
    <description></description>
    <content:encoded xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"><![CDATA[
<p></p>
<p>Am Sonntag, 13. September, ging die siebte Ausgabe von
Fantoche, dem Internationalen Festival für Animationsfilm, zu Ende. Mehr als
31’000 Fans des Animationsfilms aus dem In- und Ausland haben das grösste
Trickfilmfestival der Schweiz besucht, mehr denn je. Der Film «Lucia» aus Chile
hat den 1. Preis im Internationalen Wettbewerb gewonnen. Der erstmals vergebene
Schweizer Preis ging ex aequo an Rafael Sommerhalder für «Flowerpots» und Georges Schwizgebel für
«Retouches».</p>
<p>223 Kurz- und Langfilme aus 45 Ländern wurden in fünf Badener
Kinos während sechs Tagen gezeigt. Bereits die Morgenvorstellungen waren sehr
gut ausgelastet, die Abendvorstellungen grösstenteils ausverkauft. Auch die Rahmenveranstaltungen
erfreuten sich grosser Beliebtheit, das Festivalzentrum war von einem
vornehmlich jungen und internationalen Publikum bestens frequentiert.</p>
<h3><img class="image-inline" src="../../../bilder/muto.jpg/image_preview" alt="muto.jpg" /><br /></h3>
<h3>Bestätigung des Wechsels auf jährliche Frequenz</h3>
<p>Bis zum nächsten Fantoche dauert es diesmal nur ein Jahr, da mit der siebten Ausgabe der
Wechsel auf den Jahresrhythmus beschlossen worden ist. Es wird vom 8. – 13. September 2010 stattfinden. Die
beeindruckenden Besucherzahlen bestätigen die Veranstalter in ihrem Entscheid.
Dazu Duscha Kistler, künstlerische Direktorin des Festivals: «Sie belegen aber
auch, dass sich der Animationsfilm grosser Beliebtheit erfreut und definitiv
kein Hobby für Liebhaber mehr ist, sondern eine ernstzunehmende Kunstform.»</p>
<p>Dies zeigte auch die Breite des Programms: Nebst den vielen
Filmen fanden dieses Jahr Podiumsgespräche, Ausstellungen,
Making-of-Vorstellungen und vieles mehr statt, um dem Phänomen Animationsfilm
jene Bühne zu bieten, die es verdient. Von nicht zu unterschätzender Bedeutung
sind wie immer die persönlichen Begegnungen zwischen Filmemacherinnen und
Filmemachern während des Festivals.</p>
<h3><img class="image-inline" src="../../../bilder/lucia.jpg/image_preview" alt="lucia.jpg" /><br /></h3>
<h3>Bester internationaler Film</h3>
<p>Der internationale Wettbewerb wurde von den chilenischen
Filmemachern Christobal Leon, Joaquin Cocina und Niles Atallah mit dem Beitrag
«Lucia» gewonnen. Die Jury meinte dazu: «Wir verleihen diesem Film den ersten
Preis, weil er uns zutiefst berührt hat. Dies ist die Grundlage guter
Kommunikation. Wie wird sie erreicht? Durch die Beherrschung aller kreativen Elemente
des Animationsfilms zusammen mit einem innovativen Ansatz im Bereich der
Animationstechnik, wobei Pixilation (das Filmen von Figuren mit
Einzelbildschaltung) mit Zeichnen kombiniert wird, einschliesslich eines
einzigartigen cinematografischen Ansatzes.»</p>
<h3><img class="image-inline" src="../../../bilder/tutli-putli.jpg/image_preview" alt="tutli-putli.jpg" /><br /></h3>
<h3>Bester Schweizer Film</h3>
<p><img class="image-inline" src="../../../bilder/retouches.jpg/image_preview" alt="retouches.jpg" /></p>
<p>Den Schweizer Preis teilen sich der Film «Flowerpots» von
Rafael Sommerhalder und «Retouches» Georges Schwizgebel. Die Begründung der
Jury: «Aufgrund der Qualität der Bewegungen, der Kreativität, kombiniert mit
einer hochstehenden Nutzung der dramaturgischen und erzähltechnischen
Möglichkeiten der Animationskunst, vergibt die Jury des Schweizer Wettbewerbs
den Preis für den besten Film gleichzeitig an zwei Filme, die zwei Generationen
des Schweizer Animationsschaffens repräsentieren.»</p>
<h3><img class="image-inline" src="../../../bilder/flowerpots.jpg/image_preview" alt="flowerpots.jpg" /><br /></h3>
<h3>Der Trickfilm ist erwachsen geworden</h3>
<p>Fantoche erbrachte erneut den Beweis, dass der
Animationsfilm eine eigenständige Kunstgattung ist, die nach eigenen
Gesetzmässigkeiten funktioniert und dennoch zu andern Künsten in enge
Beziehungen treten kann. Animationsfilme sind fähig, alle Themen des
menschlichen Lebens in unzähligen Formen darzustellen. Sie können unterhalten,
berühren, belehren, aufrütteln, betroffen machen wie Spielfilme, wie jede andere
Kunst. In einer Zeit, in welcher die ästhetischen Formen konvergieren, sich
vermischen und überschneiden. In einer Zeit, in der aber auch die Probleme sich
ebenfalls vermischen, gegenseitig beeinflussen, von einander abhängig sind.
Dafür übernimmt dieses noch junge Festival für die Filmemacherinnen und
Filmemachern, aber auch für die Öffentlichkeit und nicht zuletzt für die
Medienpolitik die wichtige Aufgabe der Information und des Vernetzens und löst
sie mit Bravour – mit dem Einsatz von Fantasie, Mut, Engagement und viel Herzblut.&nbsp;</p>
<h3><img class="image-inline" src="../../../bilder/noeteboek.JPG/image_preview" alt="noeteboek.JPG" /><br /></h3>
<h3>Die Preise in der Übersicht</h3>
<p><strong><em>Internationaler
Wettbewerb </em></strong></p>
<p>Best Film: «Lucia» von Cristobal Leon, Joaquin Cociña, Niles
Atallah</p>
<p>NAB-Publikumspreis: «Muto» von Blu</p>
<p>Special Mention: «Western Spaghetti von PES</p>
<p>Best Sound: «Drux Flux» von Theodore Ushev</p>
<p>Best Visual: «Madame Tutli-Putli» von Chris Lavis und Maciek
Szczerbowski</p>
<p>Best Story: «Chainsaw» von Dennis Tupicoff</p>
<p>New Talent: «Noteboek» von Evelien Lohbeck</p>
<p>High Risk: &nbsp;«Ezurbeltzak,
una fosa común» von Izibene Oñederra sowie «Please Say Something» von David
OReilly</p>
<p><em><strong>Schweizer Wettbewerb</strong> </em></p>
<p>Publikumspreis: «Signalis» von Adrian Flückiger</p>
<p>Gewinner: «Retouches» von Georges Schwizgebel und «Flowerpots»
von Rafael Sommerhalder</p>
<p>Special Mention: «Flimmern» von Alex Schoop und «Amourette»
von Maja Gehrig</p>
<p><strong><em>Neue Filme für Kinder </em></strong></p>
<p>Best Kids (Kinderjury der Zauberlaterne) und
Kinderpublikumspreis: «The Incredible Story of My Great Grandmother Olive» von Alberto
Rodriguez</p>
]]></content:encoded>
    <dc:publisher>No publisher</dc:publisher>
    <dc:creator>Hanspeter Stalder</dc:creator>
    <dc:rights></dc:rights>
    <dc:date>2009-09-14T19:24:57Z</dc:date>
    <dc:type>Seite</dc:type>
  </item>





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